Grasbrookpark

Park · Hamburg · ⭐ 9.1/10 · 3015 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 15:55:40

Adresse: Am Grasbrookpark 1, 20457 Hamburg, Deutschland

Grasbrookpark — Spielpark der HafenCity mit Wasserlauf und Schiffshecken

Auf rund 7.100 Quadratmetern zwischen Neubaublöcken liegt der Park, der die HafenCity vom Vorzeigequartier zum Wohnviertel gemacht hat. Er ist klein, aber er ist eine Erfindung: Ein Barceloneser Architekturbüro entwarf ihn, ein Hamburger Landschaftsbüro baute ihn, und Kinder, Jugendliche und Anwohner haben in einem Beteiligungsverfahren durchgesetzt, dass aus dem ursprünglich geplanten maritimen Stadtplatz mit wenigen Bäumen ein grüner Spielpark wurde. Das Motiv ist bis heute lesbar: Ein Wasserbecken und drei mäandernde Rinnen erzählen die Elbe mit ihren Inseln nach, und die Hecken ringsum sind zu Schiffen geschnitten.

Höhepunkte

  • Wasserspielanlage „Elbe mit Inseln“ — ein Becken, drei mäandernde Wasserläufe, Fontänen und Wasserspeier, dazwischen Holzstege und Inseln zum Überqueren. Im Sommer ist das die Hauptattraktion des Quartiers und der Grund, warum der Park von weit außerhalb angesteuert wird.
  • Schiffsförmig geschnittene Hecken — die Formhecken rahmen den Park und zitieren die Hafenvergangenheit des Ortes; sie sind das gestalterische Markenzeichen der Anlage und machen die kleine Fläche optisch tiefer.
  • Weidenlabyrinth — vom Labyrinthbauer Frank Thimm von Hand aus lebenden Weiden geflochten und damit ein Bauwerk, das jedes Jahr weiterwächst und neu geschnitten werden muss.
  • Kletterwald mit Baumhaus — Kletterstruktur aus Palmenstämmen, verbunden durch Seil- und Schwingbrücken, mit Baumhaus und Rutsche; dazu ein Spielschiff mit Ausguck am Rand der Anlage.
  • Generationenübergreifender Fitnessbereich — bodengleich eingebaute Geräte für Jugendliche und Erwachsene, bewusst neben und nicht abseits der Kinderbereiche platziert.
  • Baumbestand aus dem Beteiligungsverfahren — rund 60 Bäume wurden zur Eröffnung gepflanzt, darunter Obstbäume sowie verschiedene Eichen- und Buchenarten; im ursprünglichen Entwurf waren nur wenige Bäume vorgesehen.

Was dich erwartet

Der Park ist kompakt und dicht belegt — kein Landschaftsgarten zum Verlaufen, sondern eine hochverdichtete Spiel- und Aufenthaltsfläche, die auf jedem Quadratmeter eine Aufgabe hat. Er liegt auf Warftniveau: Straßen und Plätze der HafenCity wurden auf rund acht Meter über Normalnull aufgeschüttet, damit das Quartier ohne Deich hochwassersicher ist. Materialien und Beläge folgen dem Standard des Stadtteils — gelber Granit und Betonpflaster, stellenweise mit teppichartigen Intarsien, die den Park optisch an die umgebenden Plätze binden.

  • Wasserspielzone mit Becken, drei Rinnen, Fontänen und Wasserspeiern, im Sommer in Betrieb
  • Kleinkindbereich mit Sandspiel und Matschtisch, getrennt von den Kletterstrukturen für Ältere
  • Spielschiff mit Ausguck, Kletterwald aus Palmenstämmen, Baumhaus, Rutsche und Schwingbrücken
  • Weidenlabyrinth als begehbarer, lebender Irrgarten
  • Picknickbereiche mit Holzbänken und schattigen Plätzen unter den nachgepflanzten Bäumen
  • Fitnessgeräte im Boden für Jugendliche und Erwachsene, frei zugänglich

Was man unternehmen kann — und für wen

  • Familien mit kleinen Kindern — Sandspiel, Matschtisch und die flachen Wasserläufe liegen so, dass sich von einer Bank aus alles überblicken lässt; im Hochsommer ist die Wasserzone das eigentliche Ziel.
  • Schulkinder und Jugendliche — Kletterwald, Baumhaus, Schwingbrücken und Spielschiff sind auf Bewegung ausgelegt und funktionieren auch ohne Aufsicht; das Weidenlabyrinth liefert das Versteck dazu.
  • Erwachsene in der Mittagspause — die Bänke unter den Bäumen sind von den Bürostandorten der westlichen HafenCity in wenigen Minuten erreichbar und deutlich ruhiger als die Terrassen am Wasser.
  • Sportlich Aktive — die bodengleichen Fitnessgeräte sind kostenlos nutzbar und ergänzen eine Laufrunde durch das Quartier, die über Kaimauern und Brücken führt.
  • Architektur- und Stadtplanungsinteressierte — der Park ist ein Lehrstück darüber, wie ein Beteiligungsverfahren einen fertigen Entwurf verändert: aus einem Platzkonzept mit wenigen Bäumen wurde ein Park mit rund 60.
  • Besucher mit Hafenprogramm — die Anlage liegt zwischen Überseequartier und Marco-Polo-Terrassen und eignet sich als grüne Pause zwischen Hafenrundfahrt, Speicherstadt und Elbphilharmonie.

Anfahrt & Praktisches

Der Park liegt im Bezirk Hamburg-Mitte im Stadtteil HafenCity, im Herzen des westlichen Quartiers zwischen dem Überseequartier und den Marco-Polo-Terrassen und in Sichtweite des Grasbrookhafens. Die Anbindung ist so gut, wie sie in Hamburg nur sein kann: Die U-Bahn-Linie U4 hält an der Station Überseequartier unmittelbar nebenan — die Anlage liegt buchstäblich über dem U-Bahn-Tunnel —, ergänzend bedient die Buslinie 111 das Quartier. Vom Hauptbahnhof ist man in gut zehn Minuten da. Der Eintritt ist frei, der Park als öffentliche Grünanlage jederzeit zugänglich; die Wasserspielanlage läuft saisonal in der frostfreien Zeit. Für einen Spielnachmittag mit Kindern sollte man zwei bis drei Stunden ansetzen, als Pause zwischen zwei Programmpunkten reichen zwanzig Minuten. Gastronomie, Toiletten und Einkaufsmöglichkeiten befinden sich im umliegenden Quartier in unmittelbarer Nähe.

Wann besuchen

Im Frühjahr blühen die Obstbäume, und der Park füllt sich wieder — die Wasseranlage steht noch still, dafür sind Kletterwald und Labyrinth ohne Wartezeit zu haben. Der Sommer ist die Hochsaison: Sobald Becken, Rinnen und Fontänen laufen, wird der Grasbrookpark zum Freibadersatz des Quartiers, und an heißen Nachmittagen ist die Wasserzone dicht belegt — wer es ruhiger mag, kommt vormittags. Der Herbst gehört den Bäumen und den Formhecken: Wenn das Laub fällt, treten die geschnittenen Schiffssilhouetten am klarsten hervor, und die Beteiligungsgeschichte des Parks wird sichtbar, weil die rund 60 nachgepflanzten Bäume dann Farbe in ein sonst steinernes Quartier bringen. Im Winter ist der Park eine kurze, windige Angelegenheit — die HafenCity liegt offen zur Elbe —, aber die Kletterstrukturen und das Labyrinth funktionieren auch bei Kälte, und die Wege sind stets geräumt.

Gut zu wissen

Der Name des Parks führt weit hinter die HafenCity zurück. Der Grasbrook war im Mittelalter eine Halbinsel vor den Toren Hamburgs, deren westliches Ende jahrhundertelang als Richtplatz für Seeräuber diente: Zwischen 1390 und 1624 wurden hier über 600 Piraten enthauptet, darunter am 20. Oktober 1401 Klaus Störtebeker und seine Gefährten. Ab etwa 1740 siedelten sich auf dem Großen Grasbrook Werften an, deren Blüte um 1850 erreicht war — hier entstanden unter anderem die ersten Großsegler der neu gegründeten Reederei HAPAG. 1866 wurde unmittelbar benachbart der Sandtorhafen eröffnet, das erste künstlich geschaffene Hafenbecken Hamburgs, in dem Seeschiffe längsseits am Kai abgefertigt werden konnten. Seit 2001 entsteht auf demselben Areal die HafenCity. Der Park selbst hat eine ungewöhnlich gut dokumentierte Entstehungsgeschichte: Ab Juni 2008 gab es an dieser Stelle zunächst einen 850 Quadratmeter großen Interimsspielplatz. Der Entwurf für die öffentlichen Räume der westlichen HafenCity stammt vom Büro EMBT Arquitectes Associats aus Barcelona, gegründet von Enric Miralles und Benedetta Tagliabue; die Ausführungsplanung und Federführung lag bei WES LandschaftsArchitektur aus Hamburg, gebaut wurde zwischen 2011 und 2013. Das ursprüngliche Konzept sah einen maritimen, urbanen Platz mit wenigen Bäumen vor — im Beteiligungsverfahren mit Kindern, Jugendlichen und Anwohnern wurde es grundlegend überarbeitet. Eröffnet wurde der Grasbrookpark am 16. August 2013; 2019 erhielt er beim Deutschen SPIELRAUM-Preis den Hauptpreis im zweiten Rang.

Besuchertipps

  • Die Wasseranlage läuft nur in der frostfreien Saison — wer wegen der Rinnen und Fontänen kommt, plant den Besuch zwischen Frühsommer und Frühherbst und bringt Wechselkleidung mit.
  • An heißen Wochenenden ist die Wasserzone ab dem frühen Nachmittag voll; vormittags hat man Becken, Stege und Inseln praktisch für sich.
  • Der Park liegt direkt über dem U-Bahn-Tunnel und unmittelbar an der Station Überseequartier — für eine Runde durch die HafenCity ist er der einfachste Start- und Endpunkt mit Sitzgelegenheit.

Fragen & Antworten

Wie groß ist der Grasbrookpark? Die Parkfläche umfasst rund 7.100 Quadratmeter — für Hamburger Verhältnisse klein, aber sehr dicht ausgestattet. Der Vorgänger an dieser Stelle war ab Juni 2008 ein Interimsspielplatz von 850 Quadratmetern.

Wer hat den Park entworfen? Der Entwurf stammt vom Architekturbüro EMBT Arquitectes Associats aus Barcelona, das für die öffentlichen Räume der westlichen HafenCity verantwortlich ist; Ausführung und Federführung lagen bei WES LandschaftsArchitektur aus Hamburg. Gebaut wurde zwischen 2011 und 2013.

Wann wurde er eröffnet? Am 16. August 2013. Sechs Jahre später erhielt die Anlage beim Deutschen SPIELRAUM-Preis 2019 den Hauptpreis im zweiten Rang.

Was hat es mit dem Wasserspiel auf sich? Becken, drei mäandernde Wasserläufe, Fontänen und Wasserspeier bilden die Elbe mit ihren Inseln nach. Die Anlage läuft saisonal in der frostfreien Zeit und ist im Sommer die Hauptattraktion des Quartiers.

Warum heißt das Gebiet Grasbrook? Der Grasbrook war eine mittelalterliche Halbinsel vor der Stadt — Weideland im Bruch. An ihrem westlichen Ende lag der Richtplatz für Seeräuber; am 20. Oktober 1401 wurden dort Klaus Störtebeker und seine Gefährten hingerichtet. Ab etwa 1740 standen hier Werften, 1866 entstand nebenan der Sandtorhafen als erstes künstliches Hafenbecken Hamburgs.

Wie kommt man am besten hin? Mit der U-Bahn-Linie U4 bis zur Station Überseequartier — der Park grenzt direkt daran und liegt sogar über dem Tunnel. Ergänzend fährt die Buslinie 111 durch das Quartier.

Ist der Park auch für Erwachsene interessant? Ja. Neben den Spielbereichen gibt es einen generationenübergreifenden Fitnessbereich mit bodengleichen Geräten, Picknickplätze und schattige Bänke; die geschnittenen Schiffshecken und das Weidenlabyrinth sind auch ohne Kinder sehenswert.

Warum hat der Park so viele Bäume, obwohl die HafenCity als steinern gilt? Weil der ursprüngliche Entwurf überarbeitet wurde. Vorgesehen war ein maritimer Stadtplatz mit wenigen Bäumen; im Beteiligungsverfahren setzten Kinder, Jugendliche und Anwohner eine grüne Lösung durch — zur Eröffnung wurden rund 60 Bäume gepflanzt, darunter Obstbäume sowie verschiedene Eichen- und Buchenarten.

Gästebewertungen

  1. Holger Stridde

    Der Grasbrookpark wirkt insgesamt sehr modern und ist zugleich angenehm grün. Insbesondere der große Spielplatz ist abwechslungsreich und bietet deutlich mehr als die übliche Standardausstattung. Die hohen Schaukeln sind…

Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 15:55:40

Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: hamburgname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

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