Park · Hamburg · ⭐ 9.5/10 · 23323 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 15:55:35
Adresse: Hamburg, Deutschland
Stadtpark Hamburg — 148 Hektar Volkspark nach Schumachers Plan
Der Hamburger Stadtpark wurde nicht angelegt, um schön auszusehen, sondern um benutzt zu werden. Als Alfred Lichtwark 1908 dafür warb, formulierte er den Gegensatz zum Landschaftsgarten des 19. Jahrhunderts: kein Bild zum Betrachten, sondern eine Fläche zum Liegen, Spielen, Schwimmen und Feiern. Fritz Schumacher, ab Juni 1909 Leiter des Hochbauamts, machte daraus zusammen mit Ferdinand Sperber einen Entwurf mit strenger Mittelachse, und 1914 öffnete der Park nach vier Jahren Bauzeit. Heute liegen auf 148 Hektar in Winterhude eine 15 Hektar große Festwiese, ein ovaler See mit dem größten Freibad der Stadt, ein 37 Hektar messender alter Eichenwald und ein Wasserturm, der seit 1930 ein Planetarium beherbergt.
Höhepunkte
- Planetarium im Wasserturm — der Turm entstand zwischen 1912 und 1916 nach Entwurf von Oskar Menzel unter Schumachers Einfluss; seit 1930 dient er als Planetarium, seit dem Umbau 2017 mit großem Foyer, erweiterter Ausstellung, Gastronomie und barrierefreiem Zugang zur Aussichtsplattform.
- Festwiese — 15 Hektar, von Schumacher als „Freiluft-Volkshaus“ gedacht; heute die zentrale Grill- und Liegefläche und das Herzstück der ganzen Anlage.
- Stadtparksee — die ovale Hauptwasserfläche misst 380 mal 210 Meter und rund 6,77 Hektar; sie ist direkt mit dem Goldbekkanal verbunden, ein Bootsverleih liegt an der Liebesinsel.
- Sommerfreibad Stadtparksee — mit 107 mal 138 Metern das größte Freibad Hamburgs, vom See nur durch eine Mauer getrennt, mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich, Rutschen, Strand und Liegewiese.
- Freilichtbühne — 1924 eingeweiht, 1925 ausgebaut, in der nordöstlichen Ecke des Parks gelegen; heute fasst sie bis zu 4.000 Besucher und ist die Sommerbühne der Stadt.
- Sierichsches Gehölz — 37 Hektar Mischwald mit Eichen im Alter von 100 bis 120 Jahren, dazu das denkmalgeschützte Sierichsche Forsthaus von 1885, in dem heute der Stadtpark Verein sitzt.
Was dich erwartet
Der Park liest sich wie eine Zeichnung: Vom Wasserturm im Westen läuft die Hauptachse schnurgerade über die Festwiese bis zum Stadtparksee im Osten. Rechts und links davon lösen sich die strengen Linien in Waldstücke, Schmuckgärten und Sportflächen auf — genau der Wechsel aus architektonisch gefassten und landschaftlichen Räumen, mit dem Schumacher den Bruch zum 19. Jahrhundert vollzog. Ab 1918 setzte Otto Linne, Hamburgs erster Gartendirektor, die Anlage weiter um.
- Rosengarten, Frühlingsgarten und Steingarten als gepflegte Schaubereiche abseits der großen Wiesen.
- Planschbecken und mehrere Spielplätze für unterschiedliche Altersstufen.
- Ein Modellbootbecken, auf dem seit Jahrzehnten ferngesteuerte Segler und Dampfer fahren.
- Rund 23 dokumentierte Skulpturen, darunter Arbeiten von Georg Kolbe, August Gaul und Oscar Ulmer.
- Die 2013 zum Café umgewidmete historische Trinkhalle am Südrand.
- Das erhaltene Landhaus Walter, seit Jahrzehnten Anlaufpunkt für Jazz und Blues und Bühne der Sommerkonzerte.
Was man unternehmen kann — und für wen
- Für Sonnenhungrige und Grillrunden — die Festwiese ist mit 15 Hektar groß genug, dass sich auch an Hitzewochenenden Platz findet; sie war von Anfang an genau dafür gedacht.
- Für Schwimmer — Freibad und See liegen direkt nebeneinander, getrennt nur durch eine Mauer: kacheliges Becken auf der einen, Naturwasser mit Strand auf der anderen Seite.
- Für Familien — Planschbecken, Spielplätze, Bootsverleih und Planetarium ergeben ein volles Tagesprogramm ohne einen einzigen Ortswechsel.
- Für Astronomie- und Architekturinteressierte — das Planetarium verbindet Kuppelshow, Ausstellung und eine Aussichtsplattform über den Baumkronen des Parks.
- Für Läufer und Radfahrer — die Wegeachsen sind lang und wenig verwinkelt, das Sierichsche Gehölz liefert schattige Runden für heiße Tage.
- Für Konzertgänger — die Freilichtbühne bespielt den Sommer, das Landhaus Walter die Abende dazwischen.
Anfahrt & Praktisches
Der Stadtpark liegt in Winterhude im Bezirk Hamburg-Nord und ist von drei Seiten an das Schnellbahnnetz angebunden: U3 Borgweg im Westen, U3 Saarlandstraße im Südwesten und S1 Alte Wöhr (Stadtpark) im Nordosten; über Rübenkamp und Sengelmannstraße erreicht man die nördlichen Zugänge. Mehrere Buslinien halten an den Parkrändern. Der Park selbst ist frei zugänglich und rund um die Uhr geöffnet, es wird kein Eintritt erhoben. Kostenpflichtig sind nur einzelne Einrichtungen mit eigenem Betrieb — das Sommerfreibad, das Planetarium, der Bootsverleih und Veranstaltungen auf der Freilichtbühne; deren Saison- und Öffnungszeiten unterscheiden sich vom Park. Für einen Spaziergang entlang der Hauptachse mit Abstecher an den See reichen zwei Stunden. Wer Freibad oder Planetarium einplant, sollte einen halben bis ganzen Tag ansetzen. Grillen ist auf ausgewiesenen Flächen möglich, Hunde sind erlaubt, auf den Bade- und Liegebereichen des Freibads jedoch nicht.
Wann besuchen
Im Frühjahr steht der Frühlingsgarten im Mittelpunkt, und das Sierichsche Gehölz zeigt vor dem Blattaustrieb, wie alt seine Eichen wirklich sind — 100 bis 120 Jahre, gepflanzt in der Entstehungszeit des Parks. Der Sommer ist die eigentliche Saison: Freibad und Stadtparksee laufen parallel, auf der Festwiese liegen an warmen Wochenenden Tausende, und abends spielt die Freilichtbühne vor bis zu 4.000 Zuschauern. Im Herbst kippt die Stimmung ins Ruhige — die Rosen halten oft bis in den Oktober, der See liegt morgens im Dunst, und die langen Achsen wirken bei tief stehender Sonne am stärksten. Der Winter gehört den Läufern, den Hundehaltern und dem Planetarium: Die Aussichtsplattform des Wasserturms ist bei klarer Kälte der beste Blick über den blattlosen Park, und drinnen läuft das Kuppelprogramm unabhängig vom Wetter.
Gut zu wissen
Der Wettbewerb von 1908 brachte kein zustimmungsfähiges Konzept hervor — erst Fritz Schumacher, seit Juni 1909 Leiter des Hochbauamts, und Ferdinand Sperber lieferten den tragfähigen Entwurf, aufbauend auf den Überlegungen Alfred Lichtwarks aus demselben Jahr. 1914 wurde der Park eröffnet; ab 1918 führte Otto Linne, Hamburgs erster Gartendirektor, die Arbeiten fort. Die Idee dahinter war politisch: Der Volkspark sollte der wachsenden Großstadtbevölkerung Fläche für Bewegung, Sonne und Gemeinschaft geben, nicht ein Bild zum Anschauen liefern. Deshalb bekam die Festwiese mit 15 Hektar den Titel „Freiluft-Volkshaus“, deshalb entstanden Freibad, Spielflächen und Freilichtbühne. Der Wasserturm, zwischen 1912 und 1916 nach Plänen von Oskar Menzel unter Schumachers Einfluss errichtet, verlor seine technische Funktion und wurde 1930 zum Planetarium umgebaut — eines der ältesten in Deutschland; die letzte große Modernisierung wurde 2017 abgeschlossen. Das Sierichsche Forsthaus von 1885 stammt noch aus der Zeit vor dem Park und steht unter Denkmalschutz. Die Freilichtbühne wurde 1924 eingeweiht und schon 1925 erweitert. Über den Park verteilt haben sich rund 23 Skulpturen erhalten, unter anderem von Georg Kolbe, August Gaul und Oscar Ulmer. Mit 148 Hektar ist der Stadtpark heute die zweitgrößte öffentliche Grünanlage Hamburgs.
Besuchertipps
- An heißen Wochenenden vormittags kommen: Freibad und Festwiese füllen sich ab dem frühen Nachmittag, der Wald im Norden bleibt dagegen fast immer ruhig.
- Planetariumstickets vorab sichern und die Aussichtsplattform mit einer Kuppelshow verbinden — der Weg nach oben ist seit dem Umbau 2017 barrierefrei.
- Die Hauptachse einmal komplett gehen, vom Wasserturm bis ans Seeufer: Erst in dieser Linie wird Schumachers Entwurf als Ganzes sichtbar.
Fragen & Antworten
Wie groß ist der Stadtpark? 148 Hektar. Damit ist er die zweitgrößte öffentliche Grünanlage Hamburgs — nur der Altonaer Volkspark ist größer.
Kann man im Stadtparksee baden? Ja, der See hat Badebetrieb, und direkt daneben liegt das Sommerfreibad Stadtparksee, mit 107 mal 138 Metern das größte Freibad der Stadt. See und Becken trennt nur eine Mauer.
Warum steht ein Planetarium in einem Wasserturm? Der Turm entstand 1912 bis 1916 als Wasserturm nach Entwurf von Oskar Menzel. Als seine technische Funktion entfiel, baute man ihn 1930 zum Planetarium um; 2017 wurde er umfassend modernisiert.
Kostet der Park Eintritt? Nein, der Park ist frei zugänglich. Eigene Regeln und Öffnungszeiten haben nur Freibad, Planetarium, Bootsverleih und die Veranstaltungen auf der Freilichtbühne.
Wie kommt man hin? Mit der U3 bis Borgweg oder Saarlandstraße, mit der S1 bis Alte Wöhr (Stadtpark). Mehrere Buslinien halten zusätzlich an den Parkrändern.
Darf man grillen? Ja, auf den dafür ausgewiesenen Flächen rund um die Festwiese. Die Wiese war von Beginn an als Ort für große Menschenmengen geplant.
Wer hat den Park entworfen? Fritz Schumacher zusammen mit Ferdinand Sperber, auf Grundlage der Ideen Alfred Lichtwarks von 1908. Ab 1918 setzte Otto Linne die Anlage weiter um.
Gibt es Konzerte im Park? Ja. Die Freilichtbühne von 1924/25 fasst bis zu 4.000 Besucher und bespielt den Sommer; das erhaltene Landhaus Walter ist seit Jahrzehnten eine feste Adresse für Jazz und Blues.
Wie viel Zeit braucht ein Besuch? Zwei Stunden für die Hauptachse und den See. Mit Freibad oder Planetarium wird daraus schnell ein ganzer Tag.
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Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 15:55:35
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: hamburgname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

Ein großer, schöner Park. Es gibt viel Platz für ein Picknick. Außerdem befindet sich hier das Planetarium.
Ein toller Park zum Spazierengehen und Grillen. Großes Gelände, viele Wiesen, auf denen man ein Picknick machen kann, einer der besten Parks Hamburgs. Ganz in der Nähe befindet sich das Planetarium
Ein toller Ort für Spaziergänge allein oder mit der ganzen Familie. Viele Plätze für aktive Spiele. Man kann Hunde ausführen und trainieren. Es gibt Spielplätze, Cafés, viele Bänke. Nebenan das Planetarium.
Großer schöner Park zum Erholen, Spielplatz, Café, See (Eintritt zum Strand 3,70 Euro)
Man kann grillen, es gibt einen Spielplatz. Einen Stern habe ich für die Toilette abgezogen, sie ist nicht immer zugänglich.