Park · Hamburg · ⭐ 8.9/10 · 3384 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 15:55:38
Adresse: Schauermanns Park, Pinnasberg 27, 20359 Hamburg-Altona, Deutschland
Park Fiction — der Park, den sich das Viertel selbst erfunden hat
Kunstpalmen aus Stahl, eine gewellte Rasenfläche und darunter der Hamburger Hafen mit Kränen, Docks und vorbeiziehenden Schiffen: Park Fiction, offiziell Antonipark, ist der kleinste große Park der Stadt. Er liegt auf dem Elbhochufer in St. Pauli — und er existiert nur, weil die Nachbarschaft ihn sich gegen die Baupläne der Stadt erkämpft hat.
Höhepunkte
- Hafenblick von der Terrasse — die Aussichtsebene liegt auf dem Dach einer Sporthalle, mit freier Sicht über Elbe und Hafen.
- Fliegender Teppich — eine wellenförmig modellierte Rasenfläche, auf der man liegt wie auf einer Düne.
- Mobile Palmeninseln — künstliche Palmen in Pflanzkübeln, das Wahrzeichen des Parks.
- Hundegarten mit Pudeltoren — Formschnitt-Ironie als ernst gemeinter Gebrauchsraum.
- Seeräuberinnen-Brunnen und Tartanfeld im Tulpenmuster — Details, die aus Nachbarschaftswünschen entstanden sind.
- Boule, Bambus- und Kräutergarten — kleine Zonen mit ganz eigenem Publikum.
Was dich erwartet
Der Park ist kein Landschaftsraum, sondern eine Collage: viele kleine Zonen auf wenig Fläche, jede mit eigener Idee, dazwischen Sitzstufen und Blick auf das Wasser.
- Eine Aussichtsterrasse, die abends zum Sonnenuntergangs-Treffpunkt wird
- Freiluft-Solarien und Sitzkanten für lange Nachmittage
- Ein Amphitheater und ein Basketballfeld für Nachbarschaftsnutzung
- Kräuter- und Bambusgarten als grüne Gegenpole zum Beton
- Direkte Nachbarschaft zur St.-Pauli-Kirche und zum Kiez
Aktivitäten — und für wen
- Fotografen — Palmen im Vordergrund, Hafenkräne im Hintergrund: das Hamburg-Motiv schlechthin.
- Stadtbummler — perfekte Pause zwischen Landungsbrücken und Reeperbahn.
- Architektur- und Kunstinteressierte — ein weltweit zitiertes Beispiel für partizipative Planung.
- Familien aus dem Viertel — Spielangebote und Sitzflächen mitten im dicht bebauten Quartier.
- Sonnenuntergangsgucker — die Terrasse schaut nach Westen über den Hafen.
Anfahrt & Praktisches
Park Fiction liegt am Übergang von St. Pauli nach Altona-Altstadt im Bezirk Hamburg-Mitte, oberhalb des Hafenrands. Mit dem HVV erreicht man ihn über die S-Bahn-Station Reeperbahn oder die U-Bahn-Station Landungsbrücken, beide in wenigen Minuten zu Fuß; auch eine Buslinie hält direkt am Hafenrand. Der Eintritt ist frei, der Park ist als öffentlicher Platz jederzeit zugänglich. Für einen Besuch reichen dreißig bis sechzig Minuten — mit Sonnenuntergang und Pause auf der Terrasse gern länger.
Wann besuchen
Am schönsten am späten Nachmittag und zum Sonnenuntergang, wenn die Terrasse voll wird und der Hafen ins Gegenlicht rückt. Im Sommer ist der Park abends belebt und laut — wer Ruhe möchte, kommt vormittags. Auch im Winter lohnt der Weg: klare Luft, freier Blick, kaum Publikum.
Gut zu wissen
1994 entstand im Hafenrandverein für selbstbestimmtes Leben auf St. Pauli die Idee, die letzte freie Fläche am Hafenrand nicht zu bebauen, sondern in einen Park zu verwandeln. Die Stadt hatte dort Büro- und Wohnnutzung vorgesehen; die Nachbarschaft eines der am dichtesten bebauten Viertel Hamburgs wollte stattdessen öffentliches Grün. Die Künstler Christoph Schäfer und Cathy Skene entwickelten daraus ein paralleles Planungsverfahren: die kollektive Wunschproduktion. Über Fragebögen, Werkstätten, Ausstellungen und einen 1997 aufgestellten Planungscontainer konnten Anwohnerinnen und Anwohner aller Altersgruppen ihre Entwürfe einbringen — Planung als gemeinschaftliche Handlung statt als Verwaltungsakt. 2002 war das Projekt auf der documenta 11 in Kassel zu sehen, zwischen 2003 und 2005 wurde der Park schrittweise gebaut und eröffnet. Im Juni 2013 trug er aus Solidarität mit den Istanbuler Protesten zeitweise den Namen Gezi-Park.
Besuchertipps
- Zum Sonnenuntergang etwas früher kommen — die besten Plätze auf der Terrasse sind schnell besetzt.
- Den Besuch mit einem Spaziergang am Hafenrand oder durch St. Pauli verbinden.
- Daran denken, dass hier Menschen wohnen: abends Lautstärke und Müll im Blick behalten.
Fragen & Antworten
Warum heißt der Park Park Fiction? Der Name stammt aus dem Kunstprojekt, das die Wünsche der Nachbarschaft in eine Planung übersetzte; amtlich heißt er Antonipark.
Sind die Palmen echt? Nein, es sind künstliche Palmen auf mobilen Pflanzinseln — bewusst als Zitat gedacht.
Kostet der Besuch etwas? Nein, der Park ist ein frei zugänglicher öffentlicher Platz.
Wie lange sollte man bleiben? Eine halbe bis eine Stunde, zum Sonnenuntergang gern länger.
Ist der Park für Kinder geeignet? Ja, es gibt Spiel- und Bewegungsflächen, allerdings in urbanem, belebtem Umfeld.
Wann wurde der Park gebaut? Zwischen 2003 und 2005, nach rund einem Jahrzehnt Nachbarschaftsinitiative.
Fotos






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Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 15:55:38
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: hamburgname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

Immer schön. Das ist ein toller Ort, um den Sonnenuntergang über der Elbe zu beobachten.
Der Fischmarkt am Sonntag ist ein echtes Highlight von Hamburg.
Sehr lustig… besonders der Marktschreier mit den Blumen… den muss man unbedingt gesehen haben. Man sollte ziemlich früh hinkommen; dann ist es hier seh…
Für mich ist das ein besonderer Ort mitten im Herzen von St. Pauli. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf die Elbe und den Hafen, besonders beeindruckend bei Sonnenuntergang. Die Rasenflächen und Liegestühle laden…
Ein seltsamer Ort. Ich habe dort viele Alkoholiker mit Tüten voller Flaschen gesehen. Die sie aus dem Müll geholt hatten. Und viele Obdachlose, die im Gras schliefen. Ich stehe Menschen wohlwollend gegenüber, aber zu seh…
Auf den Fotos sieht es beeindruckend aus, aber in Wirklichkeit war es schmutzig und verwahrlost. Nach den Beschreibungen hatten wir ihn uns größer und weitläufiger vorgestellt; tatsächlich gab es dort nur die Elemente, d…