Manchmal treibt die Hektik der Großstadt Hamburg die Menschen dazu, stille Orte zur Erholung zu suchen. Im Westen der Stadt, südlich des Elbchaussee, liegt eine grüne Oase – der Hirschpark, ein Ort, wo Hirsche und Damwild inmitten wunderschöner Natur leben. Mehr dazu auf hamburgname.eu.
Neben Hirschen gibt es im Park beeindruckende Bäume und exotische Blumen. Die Tiere haben keine Angst vor Menschen und lassen sich mit etwas Glück sogar streicheln. Allerdings ist das Füttern der Tiere streng verboten.
Die Geschichte des Parks
Im 17. Jahrhundert befand sich auf einem Abhang an der Elbe ein Landgut mit einem Landschaftspark, der 1620 erstmals angelegt wurde. Johann Cesar Godeffroy, ein hanseatischer Kaufmann, kaufte das Anwesen 1786 und errichtete ein weißes Herrenhaus. 1860 fügte er das „Hirschtor“ hinzu, das dem Park seinen heutigen Namen gab. 1890 ging das Gelände in den Besitz von Ernst August Vriedt, ebenfalls Kaufmann, über. Zu dieser Zeit wurde der Landschaftspark als „Vriedt-Park“ bezeichnet.
1924 beschloss die Gemeinde Blankenese, das Anwesen zu kaufen und in einen öffentlichen Park umzuwandeln. Der Gartenbaudirektor Ferdinand Tutenberg übernahm die Leitung, und 1927 öffnete die Stadt Altona den Park für Besucher. Seit 1938 gehört der Hirschpark der Stadt Hamburg.
Im Laufe der Jahre wurde der Park mehrfach umgestaltet. Zwei Schaugärten im französischen Stil aus dem Jahr 1855 wurden nach historischen Vorbildern mit Stauden bepflanzt. Ein historisches Brunnenbecken im Zentrum eines alten Gartens wurde 2011 von dem Bildhauer Jorn Lisowy in eine neue Brunnenanlage umgewandelt. Die geschwungenen Wege, die Wiesenflächen, die Einzelbäume, Waldabschnitte, Azaleen, Rhododendren und die Lindenallee stammen noch aus der Zeit der früheren Besitzer.
Natürliche Schönheit
Der Park bietet Besuchern zahlreiche alte Bäume, die ihm eine majestätische Atmosphäre verleihen. Einige Bäume sind so gewachsen, dass man auf sie klettern kann. Das Highlight des Parks ist jedoch das Wildgehege, in dem Damwild, Hirsche, Wasservögel und Pfaue leben.

Ein weiteres Juwel des Parks ist das klassizistische Herrenhaus, das bis heute gut erhalten ist. Es liegt im westlichen Teil des Parks. Neben dem Herrenhaus steht das „Witthüs“, ein mit Reet gedecktes Haus, das schon vor Godeffroys Zeit dort errichtet wurde. In den 1950er-Jahren war es die Residenz von Hans Henny Jahnn, einem Hamburger Schriftsteller und Orgelbauer. Heute beherbergt das Bauernhaus ein Restaurant und ein Teehaus, in dem Besucher hausgemachte Backwaren genießen können.
Ein Rundgang durch den Park
Eine besondere Attraktion für Kinder ist das Wildgehege, wo sie Hirsche streicheln können. Mit etwas Glück kann man auch prachtvolle Pfaue beobachten, die majestätisch umherlaufen und die Wasservögel mustern. Ein Spaziergang führt weiter zu einem Hügel, von dem aus man eine fantastische Aussicht auf die Elbe genießt. Über Treppen gelangt man hinunter zu einer kleinen Bucht, wo man die Schönheit der Natur genießen kann.
Ein weiteres Highlight ist ein Bergahorn, der etwa 270 Jahre alt ist und einen Stammumfang von 5,55 Metern hat. Der Baum wurde als sechstbedeutendster Baum Deutschlands anerkannt und am 23. Oktober 2020 in die Liste des nationalen Naturerbes aufgenommen.
Ein Ort für alle
Der Hirschpark bietet eine Vielzahl von Erlebnissen für Naturliebhaber sowie für Menschen, die sich für Architektur und Geschichte interessieren. Für Kinder wurde ein Spielplatz angelegt, der sie zum Toben einlädt. Der Hirschpark ist ein ruhiger, wenig frequentierter Ort, der sowohl Kindern als auch Erwachsenen Freude bereitet.
Erreichbar ist der Park bequem mit dem Zug bis zur Station Hochkamp oder mit dem Bus bis zu den Haltestellen Winckelmannstraße und Mühlenberg.
