Hirschpark

Park · Hamburg · ⭐ 9.3/10 · 1573 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 15:55:42

Adresse: 22587 Hamburg, Deutschland

Hirschpark — Landschaftsgarten am Geesthang zwischen Nienstedten und Blankenese

24,5 Hektar am Elbhang, zur Hälfte alter Buchenwald, dazu eine vierreihige Lindenallee, ein reetgedecktes Kavaliershaus von 1800, ein klassizistisches Landhaus von 1792 und ein Berg-Ahorn, der 2020 als sechster Nationalerbe-Baum Deutschlands ausgezeichnet wurde. Der Park heißt nach einem Damwildgatter, das 1860 angelegt und am 26. Januar 2026 aus Tierschutzgründen geschlossen wurde — die Tiere leben seither im Wildgehege Klövensteen. Was bleibt, ist einer der schönsten Landschaftsgärten der Elbvororte: ein Gelände, das über dreißig Höhenmeter zur Elbuferkante abfällt und dabei den Blick auf den Strom freigibt.

Höhepunkte

  • Nationalerbe-Baum — ein Berg-Ahorn, Acer pseudoplatanus, am 23. Oktober 2020 als sechster Nationalerbe-Baum Deutschlands ausgezeichnet: etwa 270 Jahre alt, mit einem Stammumfang von 5,55 Metern, unweit des Tennisplatzes.
  • Buchenwald — 11,2 Hektar und damit rund die Hälfte der Parkfläche; ein geschlossener Hallenwald am Hang, der im Sommer die Temperatur um mehrere Grad senkt und im Herbst die stärksten Farben liefert.
  • Vierreihige Lindenallee — die prägende Achse der Anlage; ihr Ursprung ist unter Gartenhistorikern umstritten, ihre Wirkung als grüner Korridor unbestritten.
  • Kavaliershaus mit Gasthaus Witthüs — ein um 1800 errichtetes reetgedecktes Haus; von 1950 bis 1959 wohnte hier der Schriftsteller Hans Henny Jahnn, an den eine Relieftafel und ein Findling erinnern. Heute wird das Haus gastronomisch genutzt.
  • Landhaus J. C. Godeffroy — um 1792 errichtet und als Kulturdenkmal geschützt; es stammt aus der Zeit, als die Anlage noch Godeffroy’s Park hieß.
  • Brunnenanlage — der originale Brunnensockel stammt aus dem Antiken Garten des 19. Jahrhunderts; 2011 ergänzte ihn der Bildhauer Jörn Lissow zu einer vollständigen Brunnenanlage.

Was dich erwartet

Der Park ist ein Landschaftsgarten im klassischen Sinn: keine Beete, keine Achsensymmetrie außer der Lindenallee, sondern Waldpartien, Wiesen und Solitärbäume, die sich beim Gehen zu immer neuen Bildern fügen. Entscheidend ist die Topografie — der Geesthang fällt auf einer Breite von etwa 120 Metern rund dreißig Meter zur Elbuferkante ab, und genau dieses Gefälle macht aus einer Grünanlage einen Aussichtsort. Die Flächenaufteilung ist ungewöhnlich klar dokumentiert: 11,2 Hektar Buchenwald, 7,4 Hektar Wiesen und Rasen, 2,8 Hektar das ehemalige Gatter.

  • Alter Buchenhallenwald mit Hangwegen und Treppen hinunter Richtung Elbufer
  • Offene Wiesenflächen für Picknick, Ballspiel und lange Pausen
  • Solitärbäume von Stieleiche und Bergahorn sowie Bestände von Azaleen und Rhododendren, die im Frühsommer blühen
  • Ein Spielplatz für Familien aus den umliegenden Stadtteilen
  • Die Anhöhe am oberen Hangrand als Aussichtspunkt auf die Elbe und den Schiffsverkehr
  • Anschluss an den Elbuferweg, der den Park mit den Nachbarquartieren verbindet

Was man unternehmen kann — und für wen

  • Spaziergänger mit Elbeprogramm — der Park ist die grüne Etappe auf dem Weg zwischen Nienstedten und Blankenese; von der Höhe hinunter zum Ufer und wieder hinauf ergibt eine kompakte Runde mit echten Höhenmetern.
  • Baumfreunde und Dendrologen — mit dem Nationalerbe-Baum, dem geschlossenen Buchenbestand und der vierreihigen Lindenallee hat der Park eine für Hamburg außergewöhnliche Baumsubstanz auf kleiner Fläche.
  • Familien — Spielplatz, weite Wiesen und die schattigen Waldwege funktionieren auch an heißen Tagen; das ehemalige Gatter war lange der Kinderfixpunkt und ist es seit 2026 nicht mehr.
  • Literaturinteressierte — das Kavaliershaus war von 1950 bis 1959 Wohnsitz von Hans Henny Jahnn; Relieftafel und Findling im Park machen die Episode vor Ort nachvollziehbar.
  • Fotografen — der Hang liefert Gegenlicht über der Elbe, der Buchenwald im Herbst geschlossene Farbflächen und die Lindenallee eine der wenigen strengen Fluchten in einem sonst freien Landschaftsbild.
  • Ruhesuchende — der Park liegt abseits der großen Ausflugsziele des Elbufers und ist selbst an Sommerwochenenden deutlich leerer als die Strandabschnitte weiter westlich.

Anfahrt & Praktisches

Der Hirschpark liegt im Bezirk Altona im Stadtteil Nienstedten, unmittelbar an der Grenze zu Blankenese und oberhalb des Elbufers. Am einfachsten ist die Anreise mit der S-Bahn-Linie S1 bis Blankenese und von dort mit dem Bus weiter — die Linien 1, 22 und 286 sowie der Schnellbus 36 bedienen die Haltestelle Mühlenberg am westlichen Parkrand. Wer die Anreise zum Erlebnis machen will, nimmt die Fähre über die Elbe und geht das letzte Stück zu Fuß am Ufer entlang, bevor der Aufstieg über den Geesthang folgt. Der Eintritt ist frei, der Park als öffentliche Grünanlage jederzeit zugänglich; das Gasthaus im Kavaliershaus hat eigene Öffnungszeiten. Für eine Runde durch Buchenwald, Wiesen und Lindenallee sollte man ein bis anderthalb Stunden einplanen; mit Abstieg zum Elbufer, Einkehr und Rückweg wird ein halber Tag daraus. Die Hangwege sind teils steil und nach Regen rutschig, feste Schuhe sind sinnvoll.

Wann besuchen

Der Frühling ist die stärkste Zeit: Der Buchenwald steht wochenlang in jenem durchscheinenden Hellgrün, für das Buchenhallen berühmt sind, und im Frühsommer blühen die Azaleen- und Rhododendronbestände. Der Sommer macht den Park zum Kühlraum der Elbvororte — unter dem geschlossenen Kronendach liegt die Temperatur spürbar niedriger als auf den offenen Wiesen, und der Hangwald bleibt auch mittags schattig. Der Herbst gehört den Buchen und dem Nationalerbe-Baum: Das Laub färbt kupfern bis goldbraun, die Lindenallee wird zum leuchtenden Korridor, und wenn die Kronen dünner werden, öffnet sich der Elbblick vom oberen Hangrand wieder vollständig. Im Winter tritt die Struktur hervor — die Höhenstufen des Geesthangs, die Reihung der Lindenallee, die Silhouetten der alten Solitäreichen; dann ist auch der Schiffsverkehr auf der Elbe am weitesten zu verfolgen.

Gut zu wissen

Der Park wechselte dreimal den Namen mit dem Besitzer. Im Oktober 1786 erwarb der Kaufmann Cesar Godeffroy, 1742 geboren und 1818 gestorben, die Besitzung aus dem Nachlass von Johann Berend Rodde, einem 1720 geborenen und 1786 gestorbenen Kaufmann, der in Tallinn ansässig war und Handel mit Russland betrieb; die Anlage hieß fortan Godeffroy’s Park. Um 1792 entstand das Landhaus, um 1800 das reetgedeckte Kavaliershaus, um 1835 ein Gärtnerhaus, das heute nicht mehr zum Park gehört. 1855 kamen französische Schaugärten hinzu. 1860 ließ Johan Cesar Godeffroy, 1813 geboren und 1885 gestorben — der als Südseekönig bekannte Reeder — ein Damwildgatter anlegen und gab dem Gelände damit seinen bis heute gültigen Namen. 1890 ging der Besitz an den Kaufmann Ernst August Wriedt über und hieß nun Wriedt’s Park; 1924 erwarb die Gemeinde Blankenese die Flächen, 1927 machte die Stadt Altona den Park öffentlich zugänglich, und 1938 kam er durch die Eingemeindung Altonas an Hamburg. Von 1950 bis 1959 lebte der Schriftsteller Hans Henny Jahnn im Kavaliershaus. Das namengebende Gatter bestand 166 Jahre. Nachdem die Brunftkämpfe unter den männlichen Tieren im Spätherbst 2025 eskalierten — ein Tier starb an den Verletzungen, ein weiteres musste erlöst werden — und auch die umfassenden Umbauten der Jahre 2023 und 2024 keine artgerechte Haltung sicherstellen konnten, schloss das Bezirksamt Altona das Gatter am 26. Januar 2026 mit sofortiger Wirkung. Als Gründe nannte die Behörde neben den Kämpfen auch dauerhafte Störungen durch Parkbesucher in den späten Abend- und Nachtstunden, wiederkehrende Probleme mit Hunden und fehlende natürliche Rückzugsmöglichkeiten. Die Tiere leben seither im Wildgehege Klövensteen in Rissen, wo sie in einem Herdenverband mit weiblichen Tieren deutlich ruhiger zusammenleben. Der Park steht unter Landschaftsschutz und ist Bestandteil des Elbufer-Schutzgebietes von Altona bis Rissen.

Besuchertipps

  • Im Hirschpark leben seit Januar 2026 keine Damhirsche mehr — wer den Ausflug für Kinder plant, sagt das vorher, statt sich vor einem leeren Gatter erklären zu müssen.
  • Der Nationalerbe-Baum steht unweit des Tennisplatzes und ist ausgeschildert; mit 5,55 Metern Stammumfang lohnt er den kleinen Umweg auch für Laien.
  • Die Runde funktioniert am besten von oben nach unten: erst der Buchenwald am Hang, dann der Abstieg zur Elbuferkante, dann über die Lindenallee zurück auf die Höhe.

Fragen & Antworten

Gibt es im Hirschpark noch Hirsche? Nein. Das Bezirksamt Altona schloss das Damwildgatter am 26. Januar 2026 mit sofortiger Wirkung aus Tierschutzgründen; die Tiere leben seither im Wildgehege Klövensteen in Rissen. Der Name des Parks bleibt, das Gehege ist Geschichte.

Warum wurde das Gatter geschlossen? Im Spätherbst 2025 eskalierten die Brunftkämpfe unter den männlichen Tieren; ein Tier starb an den Verletzungen, ein weiteres musste erlöst werden. Hinzu kamen dauerhafte Störungen durch Besucher in den Abend- und Nachtstunden, Probleme mit Hunden und fehlende Rückzugsmöglichkeiten. Auch die Umbauten von 2023 und 2024 konnten eine artgerechte Haltung nicht sicherstellen.

Wie groß ist der Park und wie ist er aufgeteilt? 24,5 Hektar insgesamt: 11,2 Hektar Buchenwald, 7,4 Hektar Wiesen und Rasen sowie 2,8 Hektar, die bis 2026 das Damwildgatter einnahm.

Was ist der Nationalerbe-Baum? Ein Berg-Ahorn von etwa 270 Jahren mit 5,55 Metern Stammumfang, am 23. Oktober 2020 als sechster Nationalerbe-Baum Deutschlands ausgezeichnet. Er steht unweit des Tennisplatzes.

Seit wann ist der Park öffentlich? Seit 1927. Zuvor war er Privatbesitz: ab 1786 der Familie Godeffroy, ab 1890 des Kaufmanns Ernst August Wriedt. 1924 erwarb die Gemeinde Blankenese die Flächen, 1938 kam der Park mit der Eingemeindung Altonas an Hamburg.

Kann man dort einkehren? Ja, im Kavaliershaus von etwa 1800 befindet sich das Gasthaus Witthüs mit eigenen Öffnungszeiten. Von 1950 bis 1959 wohnte in diesem Haus der Schriftsteller Hans Henny Jahnn.

Wie kommt man ohne Auto hin? Mit der S-Bahn-Linie S1 bis Blankenese und weiter mit den Buslinien 1, 22 oder 286 beziehungsweise dem Schnellbus 36 bis zur Haltestelle Mühlenberg. Zu Fuß erreicht man den Park auch vom Elbufer aus über den Geesthang.

Ist der Park für Kinderwagen und Rollstuhl geeignet? Nur eingeschränkt. Die Wege auf der Höhe und in der Lindenallee sind gut begehbar, die Verbindungen zum Elbufer führen jedoch über einen rund dreißig Meter hohen Hang und sind teils steil sowie nach Regen rutschig.

Gästebewertungen

  1. Uwe Schröder

    Der Hirschpark liegt etwas abgelegener als der Jenischpark, dafür ist es hier ruhiger. Herrliche Bäume, die Lola-Rogge-Schule mit dem imposanten Gebäude, das Adolph Godeffroy errichten ließ, und daneben das reetgedeckte…

  2. Catherine Bourelly

    Un parc très agréable par temps estival : l'ombre des arbres est rafraîchissante et l'ambiance calme est reposante. A l'entrée, un restaurant propose des glaces et des menus. Les pelouses et parterres sont très bien entr…

  3. Nazar and Nastia tv

    Einfach wunderbar. Schönheit ringsum. Ich danke Gott, dass ich die Möglichkeit habe, die Schönheit der Natur zu bewundern

  4. Микола Ткаченко

    Ein toller Erholungsort mit einem wunderbaren Panorama auf die Elbe und die Airbus-Anlagen am linken Ufer. Es gibt speziell ausgestattete Aussichtsplattformen.

  5. Sabrina Hoedt

    Ein toller kleiner Park zum Spazierengehen oder zum Ausruhen auf den Wiesen. Das Damwildgehege ist klein genug, dass man die Tiere sehen kann. Bei meinem Besuch Mitte November ruhten sie auf den sonnigen Flächen. Die Hüt…

Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 15:55:42

Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: hamburgname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

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