Park · Hamburg · ⭐ 9.7/10 · 26510 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 15:55:35
Adresse: St. Petersburger Str., 20355 Hamburg, Deutschland
Planten un Blomen — 47 Hektar Schaugarten auf dem alten Festungsring
Hamburgs bekanntester Park ist kein Zufallsprodukt der Stadtentwicklung, sondern die grüne Erbschaft einer Festung: Zwischen Dammtor und Millerntor folgt Planten un Blomen exakt der Linie des Bastionenrings, den Johan van Valckenburgh zwischen 1616 und 1625 um Hamburg legte. Als die Wälle militärisch bedeutungslos wurden, trug man sie zwischen 1820 und 1837 unter Leitung des Bremers Isaak Altmann ab und legte an ihrer Stelle einen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild an — bewusst offen für alle Bürger. Auf 47 Hektar liegen heute ein japanischer Garten, ein Rosengarten, eine der größten Freiluft-Kunsteisbahnen der Welt und eine Wasserlichtorgel, die seit Jahrzehnten jeden Sommerabend Tausende an den Parksee zieht. Der Eintritt kostet nichts — seit 1986 nicht mehr.
Höhepunkte
- Wasserlichtorgel am Parksee — 99 Wasserdüsen, ein Hauptstrahl bis 36 Meter Höhe und ein „Lichtklavier“ mit 95 Tasten; zwei Menschen spielen die Choreografie live, Wasser und Licht sind nicht vorprogrammiert, sondern werden zur Musik bewegt.
- Japanischer Garten — 1988 von dem japanischen Landschaftsarchitekten Yoshikuni Araki gestaltet und der größte seiner Art in Europa; das Teehaus kam 1990 hinzu, von Mai bis September finden dort Teezeremonien statt.
- Die Lehmann-Platane — am 6. November 1821 pflanzte Johann Georg Christian Lehmann den Baum, mit dem der Botanische Garten Hamburgs begann. Er steht bis heute und ist damit rund zweihundert Jahre älter als der Parkname.
- Rosengarten — rund 5.000 Quadratmeter, seit 1993 Teil der Anlage, mit etwa 300 Rosensorten in gestaffelten Beeten und Spalieren.
- Kunsteisbahn in den Großen Wallanlagen — über 4.300 Quadratmeter Eisfläche im Winter, im Sommer kostenfreie Rollschuh- und Inlinebahn; 2015 bis 2017 nach Entwurf des Architekten Stefan Rimpf saniert.
- Musikpavillon — die Sommerbühne des Parks: Blasorchester, Chöre, Jazz- und Folkformationen spielen dort ohne Eintritt, oft mehrmals täglich.
Was dich erwartet
Planten un Blomen ist kein einzelner Park, sondern ein Band aus drei historisch getrennten Anlagen — Alter Botanischer Garten, Kleine Wallanlagen und Große Wallanlagen —, die erst 1986 unter einem Namen zusammengefasst wurden. Deshalb wechselt der Charakter alle paar hundert Meter: streng gestaltete Schaubeete gehen in Wiesen über, dann folgen Wasserflächen, Spielbereiche und Gedenkorte. Über allem steht der Heinrich-Hertz-Turm als Orientierungspunkt.
- Der Parksee mit Tribünenwiese, dem Zentrum der abendlichen Wasserlichtkonzerte.
- Der Japanische Garten mit Teehaus, Trockenlandschaft, Wasserfall und Karpfenteich.
- Der Apothekergarten, 1991 an seinen heutigen Platz verlegt, mit beschilderten Heil- und Gewürzpflanzen.
- Der Spielplatz Bullerberge, entworfen vom Bildhauer Wido Buller zur IGA 1973 und 1991 modernisiert.
- Die Kleinen Wallanlagen mit Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus.
- Die Großen Wallanlagen mit Eis- und Rollschuhbahn, Minigolf und Töpferstube.
- Die Schaugewächshäuser von Bernhard Hermkes aus den Jahren 1962/63 — derzeit geschlossen (siehe unten).
Was man unternehmen kann — und für wen
- Für Erstbesucher Hamburgs — ein Abend an der Wasserlichtorgel ersetzt jede kostenpflichtige Show: dreißig Minuten Wasser, Licht und Musik unter freiem Himmel, mitten in der Stadt.
- Für Familien mit kleinen Kindern — die Bullerberge, Wasserspielbereiche und weite Wiesen liegen dicht beieinander; ein halber Tag geht ohne Anfahrt zwischen den Stationen vorbei.
- Für Gartenliebhaber — Rosengarten, Apothekergarten und die Staudenpflanzungen bilden über die Saison drei völlig verschiedene Farbbilder; wer Fachliches sucht, findet Sortenschilder statt Dekoration.
- Für Ruhesuchende — der Japanische Garten ist am frühen Vormittag der stillste Ort im Zentrum; die Trockenlandschaft wirkt am besten bei Streiflicht.
- Für Sportliche — im Sommer die kostenfreie Rollschuhbahn, im Winter die Kunsteisbahn; dazu Lauf- und Spazierrunden auf dem gesamten Wallring.
- Für Konferenz- und Messegäste — der Park grenzt direkt an Congress Center und Messegelände und ist die naheliegende Mittagspause zwischen zwei Terminen.
Anfahrt & Praktisches
Der Park liegt im Bezirk Hamburg-Mitte und reicht bis in den Stadtteil St. Pauli. Vier Schnellbahnzugänge umschließen ihn: U1 Stephansplatz im Osten, S-Bahn und Fernbahnhof Dammtor im Nordosten, U2 Messehallen im Süden und U3 St. Pauli im Südwesten — von jedem sind es wenige Gehminuten bis ins Grün. Der Eintritt ist frei, ebenso der Zugang zu Wasserlichtkonzerten und Pavillonkonzerten. Geöffnet ist täglich ab 7 Uhr; in der Sommerhalbjahreszeit bis 23 Uhr, im Winterhalbjahr bis 20 Uhr. Für einen Durchgang mit Japanischem Garten und Rosengarten solltest du zwei bis drei Stunden rechnen; wer das Wasserlichtkonzert einplant, verbringt leicht einen halben Tag. Hunde sind an der Leine erlaubt, in den Schaugärten gelten Einschränkungen. Wichtig für die Planung: Die denkmalgeschützten Schaugewächshäuser sind seit 2019 geschlossen. Die Sanierung ist beschlossen, der Baustart für Herbst 2026 vorgesehen, die Fertigstellung für Ende 2029; die Pflanzensammlung zieht in ein neues Schauhaus in Klein Flottbek. Wer Tropenpflanzen sehen will, plant den Botanischen Garten in Klein Flottbek zusätzlich ein.
Wann besuchen
Im Frühjahr ist der Park am hellsten: Magnolien und Zierkirschen blühen vor noch kahlen Kronen, der Japanische Garten zeigt seine klarste Form, und die Wiesen sind noch nicht besetzt. Der Sommer gehört den Abenden — von Mai bis September läuft die Wasserlichtorgel täglich, von Ende Mai bis August um 22 Uhr, im September um 21 Uhr; tagsüber gibt es um 16 und 18 Uhr reine Wasserspiele ohne Musik und Licht. Wer einen guten Platz an der Tribünenwiese will, kommt eine halbe bis ganze Stunde früher. Der Herbst färbt die Ahorne im Japanischen Garten und die Rosenbeete gleichzeitig, dazu liegt oft Frühnebel über dem Parksee — die beste Zeit für Fotos ohne Gedränge. Im Winter verlagert sich alles auf die Kunsteisbahn in den Großen Wallanlagen: über 4.300 Quadratmeter Eis, Flutlicht, Musik, und ringsum ein Park, der ohne Laub seine alte Wallstruktur zeigt.
Gut zu wissen
Die Geschichte des Geländes verläuft in klaren Schnitten. 1616 bis 1625 entstand der Festungsring, 1820 bis 1837 wurde er unter Isaak Altmann in eine öffentliche Grünanlage verwandelt — Altmanns Wallanlagen galten in ganz Deutschland als vorbildlich. Am 6. November 1821 pflanzte Johann Georg Christian Lehmann die erste Platane und begründete damit den Botanischen Garten. Den heutigen Namen bekam die Anlage 1935, als Bürgermeister Carl Vincent Krogmann die „Niederdeutsche Gartenschau“ eröffnete; das plattdeutsche „Planten un Blomen“ blieb hängen. 1943 zerstörte die Operation Gomorrha das Gelände fast vollständig. Der Wiederaufbau lief über drei Internationale Gartenbauausstellungen: 1953, 1963 und 1973. Aus diesen Jahren stammen die prägenden Bauten — die Schaugewächshäuser von Bernhard Hermkes (1962/63, rund 2.800 Quadratmeter, fünf Klimabereiche), der Spielplatz Bullerberge und die Wasserlichtorgel in ihrer heutigen Gestalt. Deren Vorläufer war eine 1938 installierte Fontäne mit 50 Metern Strahlhöhe. 1979 zog der wissenschaftliche Botanische Garten nach Klein Flottbek um, 1986 wurden die drei Teilanlagen unter einem Namen vereint und der Eintritt endgültig abgeschafft. Im Park verteilt stehen Skulpturen aus verschiedenen Epochen: „Die Liegende“ von Edgar Augustin (1977) nahe dem Dammtor, der Panther von Hans Martin Ruwoldt und die bronzene Aurora von Ursula Querner, die zur IGA 1953 aufgestellt wurde.
Besuchertipps
- Für das Wasserlichtkonzert die Wiese am Parksee ansteuern und eine Decke mitbringen — die Sitzstufen sind zur Startzeit besetzt, und die Abende kühlen auch im Hochsommer spürbar ab.
- Den Japanischen Garten am Vormittag besuchen, den Rosengarten am späten Nachmittag: die Rosen duften bei Wärme deutlich stärker, der japanische Teil ist dann am vollsten.
- Die Schaugewächshäuser vor der Anreise nicht einplanen — sie sind geschlossen. Wer Tropenpflanzen sehen möchte, verbindet den Besuch mit dem Botanischen Garten in Klein Flottbek.
Fragen & Antworten
Kostet der Eintritt etwas? Nein. Planten un Blomen ist seit 1986 frei zugänglich, und auch die Wasserlichtkonzerte sowie die Konzerte im Musikpavillon sind ohne Eintritt.
Wann laufen die Wasserlichtkonzerte? Täglich von Mai bis September. Von Ende Mai bis August beginnen sie um 22 Uhr, im September um 21 Uhr. Sie dauern etwa eine halbe Stunde. Zusätzlich gibt es um 16 und 18 Uhr Wasserspiele ohne Musik und Beleuchtung.
Sind die Tropengewächshäuser geöffnet? Nein. Die denkmalgeschützten Schaugewächshäuser sind seit 2019 geschlossen. Die Sanierung ist beschlossen, der Bau soll im Herbst 2026 beginnen und Ende 2029 abgeschlossen sein.
Wie viel Zeit sollte man einplanen? Für die Hauptgärten zwei bis drei Stunden. Mit Eisbahn oder Wasserlichtkonzert wird daraus ein halber Tag.
Wie kommt man am schnellsten hin? Über U1 Stephansplatz, Bahnhof Dammtor, U2 Messehallen oder U3 St. Pauli — der Park hat an allen vier Seiten einen Schnellbahnzugang.
Ist der Japanische Garten wirklich der größte in Europa? Er gilt als der größte japanische Garten seiner Art in Europa. Gestaltet wurde er 1988 von Yoshikuni Araki, das Teehaus folgte 1990.
Was gibt es im Winter zu tun? Die Kunsteisbahn in den Großen Wallanlagen mit über 4.300 Quadratmetern zählt zu den größten Freiluft-Kunsteisbahnen weltweit. Im Sommer wird dieselbe Fläche zur kostenfreien Rollschuh- und Inlinebahn.
Ist der Park für Kinderwagen und Rollstühle geeignet? Die Hauptwege sind befestigt und weitgehend eben. Einzelne Bereiche der Wallanlagen liegen auf den alten Wallschultern und sind entsprechend hügelig.
Darf man Hunde mitbringen? Ja, angeleint. In den Schaugärten und auf einzelnen Sonderflächen gelten Einschränkungen.
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Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 15:55:35
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: hamburgname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

Ein märchenhafter OrtDie vielfältigen Bäume und Pflanzen versetzen mich in Märchenländer. Der See mit den Springbrunnen ergänzt die Schönheit dieses Ortes wunderbar. Hier kann man gut allein und mit der Familie ent…
schöner, sauberer, angenehmer Park im Stadtzentrum. Gut zu erreichen, ständig irgendwelche netten Veranstaltungen für alle Interessierten…
Schön und gemütlich zu jeder Jahreszeit. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das sehr harte und mühsame Arbeit ist … Danke allen Mitarbeitern von „Planet un Blomen“ für ihre Arbeit und für die positiven Emotionen und…
Wir haben diesen Park mit einer Freundin besucht
Ein sehr schöner, menschlicher Ort
Bei der Eröffnung waren viele Leute da, festliche Stimmung, alle warteten auf die Musikakkorde und das Aufspritzen der Springbrunnen
Es…
Dies ist mein Lieblingspark in Hamburg! ❤️❣️
Ich liebe diesen Park: Blumen, Seen, Springbrunnen, Landschaft und die interessante Kombination verschiedener Pflanzen! Danke für diese unvergessliche Schönheit! ❤️❣️
Hi…