NABU Hamburg und seine Rolle beim Schutz der Vögel

In Hamburg gibt es alles Mögliche – Regen bei Sonnenschein, Fahrradstaus und sogar Wildgänse, die gemütlich einen Parkweg oder eine Autobahn überqueren. Die Einheimischen haben sich daran gewöhnt, doch Zuwanderer halten an und zücken das Handy: Verständlich, denn flauschige Küken inmitten einer Großstadt wirken wie das Logo einer ökologischen Idylle. Doch dahinter steckt mühsame Arbeit: Dutzende Forscher, Freiwillige und Naturschützer sorgen täglich dafür, dass Vögel weiterhin Nistplätze, Futterzonen und Migrationsrouten haben. In Hamburg kümmert sich NABU darum – eine Nichtregierungsorganisation, die sich seit dem späten 19. Jahrhundert für das Recht der Natur einsetzt, neben Städten zu existieren. Mehr über NABU und die Vögel in Hamburg – erfahren Sie auf hamburgname.eu.

Was ist NABU Hamburg: Ein wenig Geschichte und viel Tatkraft

In Deutschland kennt fast jeder den NABU – es ist eine der ältesten Naturschutzorganisationen Europas, gegründet bereits 1899. Die vollständige Bezeichnung lautet „Naturschutzbund Deutschland“. Man stelle sich vor: über 960.000 Mitglieder bundesweit, wovon Zehntausende aktiv an Feldarbeiten, Monitorings, Aktionen oder einfach am Füttern von Meisen aus der richtig ausgewählten Futterstelle teilnehmen.

Die Hamburger NABU-Niederlassung ist eine Geschichte, die näher an der urbanen Realität liegt. Hier verschieben sich die Akzente: Anstelle von Wäldern und Wiesen stehen Stadtparks, alte Dächer, Entwässerungskanäle, Gebiete entlang der Elbe und verlassene Fabriken, die Wildenten und Schwalben längst ins Visier genommen haben. Genau um diese „städtischen“ Vogelangelegenheiten kümmern sich die lokalen Experten.

Eine der beeindruckendsten Errungenschaften ist die Beobachtungsstation Die Reit in Bergedorf, die sich seit 1973 mit der Beringung von Zugvögeln beschäftigt. In dieser Zeit wurden dort über 170.000 Individuen gezählt. Die Reit hat mehr als 100.000 Vögel beringt.

Dies ist eine Datenbank, anhand derer Wissenschaftler Klimaveränderungen, Anpassungen der Vogelrouten und Populationszahlen verfolgen. Und genauer gesagt, ist NABU ein umfassendes System zum Schutz der Natur innerhalb einer Großstadt.

Wie die Stadt zur Heimat wurde: Schutz der Vögel inmitten von Gebäuden und in Parks

Für Stadtvögel ist Hamburg ein vollwertiger Lebensraum. Sie brauchen keinen Wald, wenn es einen alten Dachboden, einen Spalt unter dem Dach oder ein geschlossenes Fallrohr gibt. Und genau diese Kleinigkeiten, durch die es bei uns im Treppenhaus zieht oder vom Dach tropft, können für Meisen und Mauersegler in der urbanisierten Umgebung rettend sein.

Der NABU Hamburg versteht das sehr gut. Eines der Projekte – Artenschutz am Gebäude – konzentriert sich auf den Schutz von Arten, die in Gebäuden nisten. Es geht darum, dass die geflügelten Bewohner unsere Häuser als ihre eigenen nutzen – und das nicht im übertragenen Sinne. Nester unter Gesimsen, Fensternischen, Lüftungsöffnungen – diese Orte dienten jahrelang als sichere „Apartments“ für Stadtvögel. Doch mit jeder Sanierung, Dämmung oder Rekonstruktion verschwindet die Anzahl solcher Nischen spurlos.

Auf der NABU-Website wird dies einfach und anschaulich formuliert:

„Gebäude bieten Schutz vor Wind und Wetter… Aber nicht nur uns Menschen – viele gefiederte Nachbarn leben seit Jahrtausenden Seite an Seite mit uns in unseren Bauwerken.“

Gleichzeitig bietet NABU konkrete Lösungen an. In Hamburg beraten sie Architekten und Bauherren, wie Verstecke für Vögel in Fassaden integriert werden können. Manchmal handelt es sich um künstliche Nisthilfen – kleine Nischen oder Kästen, die für Bewohner unauffällig, aber äußerst wertvoll für Stare und Mauersegler sind.

Und sie bilden die Bevölkerung weiter. Auf der Online-Seite sind Anleitungen für solche Verstecke, Beispiele erfolgreicher Integrationen und Ratschläge, wie das eigene Haus vogelfreundlich gestaltet werden kann, zu finden. Denn die Stadt ist sowohl ein Territorium für Menschen als auch eine gemeinsame Fläche für alle, die gelernt haben hier zu leben.

Migration, Forschung, Klima: Was die Vogelroute zeigt

Für manche beginnt der Frühling mit der Sonne, für Ornithologen – mit der Rückkehr des Stars. Wenn Vögel von Afrika nach Norden ziehen, passieren Tausende gefiederte Reisende Hamburg. Manche halten hier nur für eine Nacht, andere bleiben länger – um Nachwuchs aufzuziehen oder einfach auszuruhen. Und genau hier setzt ein weiterer Bereich der NABU-Arbeit ein: Migrationsforschung, Populations-Monitoring und Beobachtung, wie sich die Vogelwelt unter dem Druck des Klimas verändert.

Im Bergedorfer Umland, auf dem Gelände der Feuchtwiesen, arbeitet die Forschungsstation „Die Reit“ – eine kleine Hütte, in der seit 1973 die Wege und das Verhalten der Vögel festgehalten werden. Die oben erwähnten 170 Tausend beringten Vögel sind eine kolossale Datenbank, die es erlaubt, Gesetzmäßigkeiten aufzudecken: wann die Zugvogelarten eintreffen, wie sich ihre Routen ändern, wie viele von ihnen im nächsten Jahr zurückkehren.

Für Wissenschaftler ist dies ein lebendiges Archiv. Aber auch für normale Bewohner hat diese Zahl einen Sinn. Denn Vögel sind nicht nur Kulisse für einen Spaziergang, sondern eine Art Indikatoren: Sie reagieren als Erste auf Umweltveränderungen, verschwinden aus verschmutzten Gebieten, verkürzen oder ändern ihre Migrationsrouten.

NABU Hamburg veröffentlicht die Ergebnisse ihrer Beobachtungen, veranstaltet offene Tage der Station und lädt Freiwillige ein – so wird Ornithologie nicht zur Elitewissenschaft, sondern zur Sache der Gemeinschaft. Und wenn der Star zwei Wochen zu spät kommt, ist das kein Grund zur Panik, sondern Anlass für ein Gespräch über das Klima.

Sehen und Hören: Routen, Exkursionen, Webcams

Um die Vögel näher kennenzulernen, muss man weder ein Fernglas kaufen noch sich in wilde Dickichte schleppen. Beim NABU Hamburg hat man das längst verstanden – und viele Möglichkeiten für diejenigen geschaffen, die einfach schauen, zuhören oder sogar an einem geführten Spaziergang teilnehmen möchten.

Auf der Website der Organisation wird regelmäßig der Kalender der Veranstaltungen und Exkursionen aktualisiert, wo man alles finden kann: von morgendlichen Beobachtungen im Park Planten un Blomen bis hin zu Fahrten zur Wedeler Marsch – einem Gebiet, wo es mehr Vögel als Menschen gibt. Die Führer teilen oft Geschichten, Mythen, zeigen, wie man Gesänge unterscheidet oder Entenküken fehlerfrei zählt. All das ist absolut zugänglich: Veranstaltungen sind meist kostenlos oder gegen eine symbolische Gebühr.

Ein interessanter Fakt: Der NABU hat einen Publikumsliebling – die Storchenwebcam. Das ist eine Live-Übertragung vom Storchennest – eine Reality-Show, nur ohne Schnitt. Man kann sehen, wie die Eltern einander an der Wache ablösen, wie die Küken schlüpfen und wie sie stehen, fressen und mit den Flügeln schlagen lernen. In der Saison gibt es dort mehr Zuschauer als bei einem durchschnittlichen YouTube-Kanal.

Solche Instrumente machen die Beobachtung zugänglich – selbst für diejenigen, die in einem Betonviertel leben und nur Krähen auf dem Müll sehen. Denn die Vogelwelt ist nah – man muss sie nur bemerken.

Wie du helfen kannst: kleine Taten, große Wirkung

Den Vögeln in der Stadt zu helfen – das ist keine Aufgabe für „irgendwann“, sondern für „hier und jetzt“. Der Beitrag jedes Einzelnen ist sehr wertvoll: eine Futterstelle auf den Balkon stellen, einen Nistkasten an einen Baum nageln oder nachsehen, ob ein Nest an der Fassade während einer Renovierung nicht zugemauert wurde. NABU Hamburg gibt Tipps, wie man all das richtig macht, aber nicht zur Schau stellt.

Auf der Website der Organisation gibt es praktische Anleitungen: wie man in verschiedenen Jahreszeiten das richtige Futter auswählt, welche Materialien für Nisthilfen verwendet werden sollten und warum man keine Häuschen mit transparentem Dach aufhängen sollte. Eine weitere Möglichkeit – die Arbeit des NABU finanziell unterstützen oder ehrenamtlich tätig werden. Zum Beispiel auf Beobachtungsrouten, in Schulen, bei Vorträgen oder bei der Reinigung von Naturflächen von Müll.

Selbst einfach zu erzählen Bekannten, dass im Gebäude an der Ecke ein Mauerseglerpaar lebt – das ist schon ein Schritt in die richtige Richtung. Denn Vögel haben keine eigene PR-Abteilung, und sie brauchen wirklich Fürsprecher unter den Menschen.

Übrigens, der Ansatz des NABU Hamburg in Bezug auf Vögel überschneidet sich mit dem, was in der HafenCity zum Schutz der Natur getan wird. Und eine Asklepios Klinik Altona wurde Teil des Ökosystems der Stadt, indem sie sich um Menschen kümmert, die mitunter vernünftige Verteidiger der Fauna sind.

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