Park · Hamburg · ⭐ 9.3/10 · 1967 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 15:55:41
Adresse: Eppendorfer Landstraße 148B, 20249 Hamburg, Deutschland
Hayns Park — Gartendenkmal an der Alster mit Monopteros und Planschbecken
Rund 4,8 Hektar zwischen Eppendorfer Wohnhäusern und dem Alsterlauf, und darin die vielleicht ungewöhnlichste Kombination Hamburgs: ein offener antikisierender Rundtempel aus dem frühen 19. Jahrhundert, ein Kinderplanschbecken aus der Feder von Hamburgs erstem Gartendirektor, ein Uferabschnitt, an dem im Winter etwa 200 Alsterschwäne einquartiert werden, und ein Wanderweg, der von hier aus der Alster bis weit ins Umland folgt. Der Park sieht aus wie ein Stück gewachsene Villenlandschaft — tatsächlich ist er ein exakt geplantes Werk von 1931, für das rund 20.000 Kubikmeter Erde bewegt wurden.
Höhepunkte
- Monopteros — ein offener Rundtempel mit Säulenkranz, aber ohne geschlossenen Innenraum; er wird auf das erste Drittel des 19. Jahrhunderts datiert, vermutlich zwischen 1805 und 1840. Er ist das einzige Bauwerk des ursprünglichen Privatgartens, das sämtliche Umbauten überstanden hat.
- Planschbecken von Otto Linne — das Kinderplanschbecken geht auf den Entwurf von Hamburgs erstem Gartendirektor zurück und ist bis heute das Wahrzeichen des Parks; im Sommer ist es der meistfrequentierte Punkt der Anlage.
- Eppendorfer Mühlenteich — die angrenzende Alsterweitung, in der rund 200 Alsterschwäne überwintern. Die Fütterung der Schwäne aus städtischen Mitteln ist seit 1591 belegt, und seit 1818 kümmert sich ein von der Stadt bestellter Schwanenvater um die Tiere.
- Alsterwanderweg — der bekannte Uferwanderweg führt mitten durch den Park; wer ihm folgt, kommt in eine Richtung in die Innenstadt und in die andere weit ins nördliche Umland.
- Weite Liegewiesen — die zentralen Rasenflächen sind bewusst offen gehalten und werden zum Sonnen, Picknicken und Spielen genutzt; sie liegen auf aufgeschüttetem Gelände über dem Wasserstand der Alster.
- Bootshäuser am Ufer — unmittelbar benachbart liegen Bootsvermietungen, bei denen Ruder-, Paddel- und Kajakboote für eine Fahrt auf der Alster zu haben sind.
Was dich erwartet
Der Park ist überschaubar, aber sorgfältig komponiert: eine leicht erhöhte Wiesenebene, gerahmt von altem Baumbestand, die zum Wasser hin abfällt und dort in den Uferweg übergeht. Weil das Gelände 1931 künstlich über den Alsterpegel gehoben wurde, bleibt die Wiese auch bei hohem Wasserstand trocken — ein planerischer Kunstgriff, den man dem Ergebnis nicht ansieht. Vom historischen Privatgarten sind nach der Alsterkanalisierung nur der Monopteros und einige Bäume übrig geblieben; alles andere ist bewusst gestaltete Anlage der frühen 1930er-Jahre.
- Große, offene Liegewiesen für Sonne, Picknick und Ballspiel
- Das Kinderplanschbecken samt Spielbereich, im Sommer in Betrieb
- Der Monopteros als Sitz- und Aussichtsplatz, zweimal im Jahr künstlerisch neu gestaltet
- Uferabschnitt am Eppendorfer Mühlenteich mit Blick auf Schwäne, Enten und Ruderboote
- Der durchlaufende Alsterwanderweg als Verbindung nach Süden und Norden
- Alter Baumbestand aus dem früheren Privatgarten, der die Wiesen rahmt und beschattet
Was man unternehmen kann — und für wen
- Familien mit kleinen Kindern — das Planschbecken ist der Grund, warum halb Eppendorf im Sommer hierherkommt; es liegt so, dass man von der Wiese aus alles im Blick hat.
- Spaziergänger und Läufer — der Alsterwanderweg führt direkt hindurch, sodass sich der Park als Etappe einer langen Uferrunde nutzen lässt, statt als Ziel für sich.
- Wassersportler — die benachbarten Bootshäuser vermieten Ruder-, Paddel- und Kajakboote; vom Mühlenteich aus erreicht man die Außenalster in einer entspannten Fahrt.
- Architektur- und Gartenfreunde — der Monopteros ist eines der wenigen erhaltenen Gartenbauwerke dieser Art in Hamburg und lässt sich zusammen mit der Linne-Gestaltung als zwei Zeitschichten lesen.
- Vogelfreunde — im Winterhalbjahr sind die eingequartierten Alsterschwäne aus nächster Nähe zu sehen; die Tradition ihrer Versorgung reicht bis 1591 zurück.
- Ruhesuchende aus dem Viertel — außerhalb der Planschbeckensaison ist der Park eine der stillsten Grünflächen im dicht bebauten Eppendorf, mit Bänken unter altem Baumbestand.
Anfahrt & Praktisches
Der Park liegt im Bezirk Hamburg-Nord im Stadtteil Eppendorf, zwischen der Wohnbebauung und dem Alsterlauf. Am schnellsten kommt man mit den U-Bahn-Linien U1 und U3 zur Station Kellinghusenstraße und geht von dort wenige Minuten zu Fuß; ergänzend bedienen die Buslinien 25, 39 und 114 das Viertel. Wer die Anreise zum Programm machen will, folgt dem Alsterwanderweg von der Innenstadt aus am Wasser entlang — der Weg führt mitten durch den Park. Der Eintritt ist frei, die Anlage ist als öffentliche Grünfläche jederzeit zugänglich; das Planschbecken läuft nur in der warmen Jahreszeit. Für einen Rundgang mit Monopteros, Wiese und Uferabschnitt reicht eine gute halbe Stunde, mit Planschbecken und Picknick wird daraus ein ganzer Nachmittag, und wer den Alsterwanderweg in beide Richtungen anhängt, füllt problemlos einen Tag. Am östlichen Rand läuft seit Jahren eine Grundwassersanierung, die einen kleinen Teilbereich betrifft.
Wann besuchen
Im Frühjahr treibt der alte Baumbestand aus, der Alsterwanderweg wird wieder zur Hauptverkehrsader für Läufer, und die Schwäne verlassen ihr Winterquartier am Mühlenteich in Richtung Außenalster — ein Umzug, den Eppendorf traditionell verfolgt. Der Sommer gehört dem Planschbecken und den Liegewiesen: An heißen Tagen ist die Anlage voll besetzt, Bootsverleih und Uferweg laufen auf Hochtouren, und der Monopteros wird zum schattigen Sitzplatz. Der Herbst färbt die Baumrahmung der Wiesen und macht den Park wieder still; jetzt ist die Zeit für lange Etappen auf dem Alsterwanderweg, wenn die Uferwege leer und die Spiegelungen im Wasser am klarsten sind. Im Winter kehren die Alsterschwäne zurück und machen den Mühlenteich zur meistbesuchten Ecke des Parks, während die kahle Baumkulisse den Monopteros freistellt und die Höhenmodellierung der Anlage von 1931 wieder sichtbar macht.
Gut zu wissen
Der Ort hat eine rund 400-jährige Gartengeschichte, seinen Namen aber erst seit gut 150 Jahren. 1873 erwarb der Hamburger Senator Max Theodor Hayn das Gelände als Sommersitz; das Grundstück maß damals etwa 27.300 Quadratmeter und trug neben dem Haupthaus acht weitere Gebäude. Zum Garten gehörten zwei Pavillons: ein reetgedeckter Bau mit einer runden Öffnung in der Westwand, der bei der in Hamburg vorherrschenden Westwindlage regelmäßig durchzog und deshalb unbeliebt war, und der Monopteros, den die Familie bevorzugte und der bis heute steht. Nach dem Tod des Senators verkaufte seine Witwe das Anwesen 1908. In die Hände der Stadt kam das Gelände im Zuge der Alsterkanalisierung, die den Wasserlauf begradigte, Nebenarme verfüllte und den Zuschnitt des Grundstücks grundlegend veränderte — vom ursprünglichen Gartenbestand blieben nur der Monopteros und einige Bäume. Im August 1931 wurde der neu gestaltete Park für die Öffentlichkeit eröffnet. Verantwortlich waren zwei Schlüsselfiguren der Hamburger Stadtgestaltung: Gartendirektor Otto Linne, der das Amt 1914 als erster Amtsinhaber übernommen hatte, und Oberbaudirektor Fritz Schumacher, der die städtebauliche Handschrift dieser Jahre prägte. Um die Fläche hochwassersicher über den Alsterpegel zu heben, wurden rund 20.000 Kubikmeter Erde aufgeschüttet. Der Monopteros war zuletzt baufällig geworden und wurde von Sommer 2016 bis April 2019 grundlegend saniert; seither wird er zweimal jährlich künstlerisch neu gestaltet. Der Park gilt als bedeutendes Gartendenkmal.
Besuchertipps
- Das Planschbecken läuft nur in der warmen Jahreszeit — wer deswegen kommt, prüft die Saison und bringt Handtuch und Wechselkleidung mit; an heißen Nachmittagen lohnt der frühe Termin.
- Der Monopteros wird zweimal im Jahr künstlerisch neu bespielt; ein zweiter Besuch in der anderen Jahreshälfte zeigt eine völlig andere Gestaltung.
- Der Park ist als Etappe stärker als als Ziel: Wer ihn in eine Runde auf dem Alsterwanderweg einbaut, bekommt Uferlandschaft, Bootsbetrieb und Gartendenkmal in einem Weg.
Fragen & Antworten
Wie groß ist Hayns Park? Rund 4,8 Hektar. Das ursprüngliche Privatgrundstück von Senator Hayn maß etwa 27.300 Quadratmeter — der heutige Park ist also deutlich größer als der historische Garten.
Woher kommt der Name? Von Max Theodor Hayn, einem Hamburger Senator, der das Gelände 1873 als Sommersitz mit Villa erwarb. Seine Witwe verkaufte das Anwesen 1908; die Stadt übernahm es später im Zuge der Alsterkanalisierung.
Was ist der Monopteros? Ein offener Rundtempel: ein Säulenkranz mit Dach, aber ohne geschlossenen Innenraum. Er wird auf die Zeit zwischen 1805 und 1840 datiert und ist das einzige erhaltene Bauwerk des alten Privatgartens. Von Sommer 2016 bis April 2019 wurde er saniert.
Wer hat den heutigen Park gestaltet? Gartendirektor Otto Linne und Oberbaudirektor Fritz Schumacher; eröffnet wurde die Anlage im August 1931. Für die Aufschüttung über den Alsterpegel wurden rund 20.000 Kubikmeter Erde bewegt.
Gibt es ein Planschbecken für Kinder? Ja, und es geht im Entwurf auf Otto Linne zurück. Es ist das Wahrzeichen des Parks und in der warmen Jahreszeit in Betrieb.
Was hat es mit den Schwänen auf sich? Am angrenzenden Eppendorfer Mühlenteich überwintern rund 200 Alsterschwäne. Die Versorgung der Tiere aus städtischen Mitteln ist seit 1591 belegt, und seit 1818 gibt es dafür einen von der Stadt bestellten Schwanenvater.
Wie kommt man ohne Auto hin? Mit den U-Bahn-Linien U1 und U3 bis Kellinghusenstraße, von dort wenige Minuten zu Fuß; alternativ mit den Buslinien 25, 39 und 114. Zu Fuß oder mit dem Rad führt der Alsterwanderweg direkt hindurch.
Kann man hier Boote mieten? In unmittelbarer Nachbarschaft liegen Bootshäuser, die Ruder-, Paddel- und Kajakboote vermieten. Vom Mühlenteich aus erreicht man die Außenalster ohne Umtragen.
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Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 15:55:41
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: hamburgname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

Hayns Park ist ein schöner und sehr gepflegter Park.
Die grüne Umgebung, die alten Bäume und die Nähe zur Alster schaffen eine ruhige und entspannende Atmosphäre.
Der Park eignet sich ideal für Spaziergänge, zum Joggen…
Vor Kurzem habe ich diesen Park besucht und war von seiner Schönheit völlig verzaubert, besonders im Herbst. Die Bäume waren in allen Gold-, Rot- und Bernsteintönen gefärbt und schufen eine zauberhafte Atmosphäre, wie au…
Eine Oase der Gemütlichkeit mitten im Steindschungel der Großstadt. Besonders erfreut haben mich das Planschbecken und der Spielplatz gegenüber. Bei Hitze gibt es nichts Besseres… Der Park ist sehr gepflegt, interessan…