Park · Hamburg · ⭐ 9.1/10 · 4305 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 15:55:38
Adresse: Barsbütteler Weg 49, 22117 Hamburg, Deutschland
Öjendorfer Park — Badesee und Landschaft aus Kriegstrümmern
Der Öjendorfer Park sieht aus wie gewachsene Landschaft, ist aber vollständig gebaut — und zwar aus dem, was vom zerstörten Hamburg übrig blieb. Zwischen 1950 und 1953 wurden hier rund 25 Millionen Tonnen Trümmerschutt abgelagert, von 1957 bis 1966 lief am Ort eine Trümmeraufbereitungsanlage, und erst 1968 erhielt das Gelände seine endgültige Gestalt. Herausgekommen sind knapp 140 Hektar am östlichen Rand von Billstedt mit weiten Liegewiesen, einem künstlichen Hügel und dem 50 Hektar großen Öjendorfer See, der zu den wichtigsten Badeseen der Stadt zählt. Der Park steht unter Denkmalschutz und trägt in der Hamburger Denkmalliste die Nummer 39042.
Höhepunkte
- Öjendorfer See — 50 Hektar Wasserfläche mit eigener Insel; entstanden 1954, als eine ausgebeutete Sandgrube mit Wasser aus dem Schleemer Bach geflutet wurde.
- Zwei Badestellen — eine im Süden mit abgegrenztem Nichtschwimmerbereich, eine im Osten; im nördlichen Teil liegt eine Vogelschutzzone, dort ist das Baden untersagt.
- Der Kunsthügel — die künstliche Erhebung aus Trümmermaterial dient im Winter als Rodelberg und im Sommer als Aussichtspunkt über See und Park.
- Rundweg um den See — ein durchgehender Uferweg, der die Anlage erschließt und sich für eine feste Lauf- oder Spazierrunde eignet.
- Gartenschachanlagen und Tischtennisplatten — frei nutzbare Spielflächen, die dem Park seit Jahrzehnten sein eigenes Nachbarschaftspublikum sichern.
- Friedhof Öjendorf — direkt angrenzend, am 14. Juli 1966 eröffnet, 98,7 Hektar groß und damit nach Ohlsdorf der zweitgrößte Friedhof Hamburgs; er gilt als Deutschlands erster Rasenfriedhof.
Was dich erwartet
Der Öjendorfer Park ist ein Freizeitpark im ursprünglichen Wortsinn: viel offene Fläche, wenig Gestaltungsaufwand, dafür Platz. Der See bildet das Zentrum, um ihn herum legen sich Liegewiesen, Baumgruppen und einfache Spielangebote. Weil der Park am östlichen Stadtrand liegt und nicht zu den Touristenzielen gehört, ist er auch an Sommerwochenenden vor allem ein Ort für die Menschen aus den umliegenden Stadtteilen.
- Große Liegewiesen unmittelbar an den Badestellen.
- Zwei Spielplätze für unterschiedliche Altersgruppen.
- Ein Minigolfplatz am Parkrand.
- Tischtennisplatten und Schachanlagen im Freien.
- Ein Kiosk für die Versorgung an Badetagen.
- Die Vogelschutzzone im Norden des Sees als ruhiger, ungestörter Bereich.
Was man unternehmen kann — und für wen
- Für Badegäste — der 50 Hektar große See hat zwei offizielle Badestellen, im Süden mit abgetrenntem Nichtschwimmerbereich; das ist die naheliegendste Abkühlung im Hamburger Osten.
- Für Familien — flach abfallende Uferbereiche, zwei Spielplätze und Liegewiesen dicht am Wasser machen einen Badetag ohne lange Wege möglich.
- Für Läufer und Radfahrer — der Rundweg um den See liefert eine gleichbleibende, gut messbare Strecke ohne Kreuzungen.
- Für Kinder im Winter — der Kunsthügel ist einer der wenigen verlässlichen Rodelberge der Stadt, weil er künstlich aufgeschüttet und entsprechend steil ist.
- Für Vogelbeobachter — die Schutzzone im Norden bleibt vom Badebetrieb unberührt und ist der ruhigste Abschnitt des Ufers.
- Für Spieler — Minigolf, Tischtennis und die Gartenschachanlagen sind ohne Anmeldung nutzbar und der Grund, warum viele Anwohner regelmäßig herkommen.
Anfahrt & Praktisches
Der Park liegt im Stadtteil Billstedt im Bezirk Hamburg-Mitte, direkt an der östlichen Stadtgrenze. Mit dem Nahverkehr erreicht man ihn über die U-Bahn-Station Steinfurther Allee, die von den Linien U2 und U4 bedient wird; von dort geht es zu Fuß oder mit dem Bus weiter. Zusätzlich fahren Buslinien an den östlichen Parkrand in Richtung Oststeinbek. Der Eintritt ist frei, auch das Baden kostet nichts; die Badestellen haben eine Sommersaison, in der die Wasserqualität regelmäßig überwacht wird. Der Minigolfplatz und der Kiosk werden gesondert betrieben und haben eigene Zeiten. Für eine Runde um den See mit Pause an einer Badestelle reichen anderthalb bis zwei Stunden; ein kompletter Badetag füllt problemlos den Nachmittag. Der Park ist überwiegend flach und mit befestigten Hauptwegen ausgestattet, sodass auch Kinderwagen gut durchkommen — mit Ausnahme des Kunsthügels. Wichtig zu wissen: Im nördlichen Teil des Sees liegt eine Vogelschutzzone, dort ist Baden verboten.
Wann besuchen
Im Frühjahr ist der Rundweg am angenehmsten: Das Wasser ist noch zu kalt zum Baden, die Wiesen sind leer, und in der nördlichen Schutzzone lässt sich das Vogelleben am besten beobachten, bevor der Sommerbetrieb einsetzt. Der Sommer ist die klare Hauptsaison — an Hitzewochenenden herrscht an beiden Badestellen Hochbetrieb, und die Liegewiesen am Südufer füllen sich bereits am Vormittag. Der Herbst gehört den Läufern und Hundehaltern: Der Uferweg bleibt gut begehbar, der See liegt oft morgens im Nebel, und die Baumgruppen färben sich. Im Winter zieht der Kunsthügel die Kinder aus dem gesamten Hamburger Osten an, sobald Schnee fällt — er ist ausdrücklich als Rodelberg angelegt und einer der wenigen zuverlässigen in der Stadt.
Gut zu wissen
Die Geschichte des Geländes lässt sich in Jahreszahlen erzählen. Ursprünglich war es landwirtschaftliche Fläche; zwischen 1925 und 1929 wurde hier eine Sandgrube betrieben, die bis zu zwölf Meter tief abgebaut wurde. 1933 kaufte die Stadt Hamburg im damals noch preußischen Öjendorf ein 317 Hektar großes Areal — geplant war ein neuer Hauptfriedhof, weil sich abzeichnete, dass die Kapazität in Ohlsdorf absehbar erschöpft sein würde. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Trümmerschutt: Von 1950 bis 1953 wurden rund 25 Millionen Tonnen abgeladen, von 1957 bis 1966 arbeitete vor Ort eine Trümmeraufbereitungsanlage. 1954 flutete man die alte Sandgrube mit Wasser aus dem Schleemer Bach — so entstand der 50 Hektar große Öjendorfer See mit seiner Insel. Seine endgültige Gestalt erhielt der Park 1968. Der Friedhof Öjendorf wurde am 14. Juli 1966 eröffnet, umfasst 98,7 Hektar und ist nach Ohlsdorf der zweitgrößte Friedhof der Stadt; charakteristisch sind die runden, durch Waldstücke voneinander getrennten Rasengrabfelder, weshalb er als Deutschlands erster Rasenfriedhof gilt. Der Park selbst steht heute unter Denkmalschutz und trägt die Nummer 39042 in der Hamburger Denkmalliste.
Besuchertipps
- An heißen Tagen früh kommen oder die östliche Badestelle wählen — die südliche mit ihrem abgegrenzten Nichtschwimmerbereich ist die bekanntere und entsprechend voller.
- Die Vogelschutzzone im Norden respektieren: Dort ist Baden untersagt, und genau deshalb bleibt sie der einzige wirklich stille Uferabschnitt.
- Bei Schnee Schlitten mitbringen — der Kunsthügel wurde als Rodelberg angelegt und funktioniert zuverlässiger als natürliche Hänge im flachen Hamburg.
Fragen & Antworten
Kann man im Öjendorfer See baden? Ja, an zwei offiziellen Badestellen — im Süden mit abgegrenztem Nichtschwimmerbereich und im Osten. Im nördlichen Teil liegt eine Vogelschutzzone, dort ist Baden verboten.
Wie groß sind Park und See? Der Park misst knapp 140 Hektar, der See 50 Hektar. Im See liegt zudem eine Insel.
Ist der See natürlich entstanden? Nein. Von 1925 bis 1929 wurde hier eine bis zu zwölf Meter tiefe Sandgrube betrieben; 1954 wurde sie mit Wasser aus dem Schleemer Bach geflutet.
Was hat der Park mit dem Krieg zu tun? Zwischen 1950 und 1953 wurden hier rund 25 Millionen Tonnen Trümmerschutt aus dem zerstörten Hamburg abgelagert, von 1957 bis 1966 lief eine Trümmeraufbereitungsanlage. Die heutige Geländeform stammt aus dem Jahr 1968.
Wie kommt man hin? Über die U-Bahn-Station Steinfurther Allee, die von den Linien U2 und U4 bedient wird; von dort weiter zu Fuß oder mit dem Bus. Buslinien erschließen auch den östlichen Parkrand in Richtung Oststeinbek.
Was gibt es außer Baden zu tun? Minigolf, Tischtennis, Gartenschach, zwei Spielplätze, einen Rundweg um den See und im Winter den Kunsthügel als Rodelberg.
Kostet der Besuch etwas? Nein, Park und Badestellen sind frei zugänglich. Nur Minigolfplatz und Kiosk werden gesondert betrieben.
Ist der Park für Kinderwagen geeignet? Ja. Das Gelände ist überwiegend flach, die Hauptwege sind befestigt; die Ausnahme ist der bewusst steil aufgeschüttete Kunsthügel.
Fotos






1 weitere Fotos anzeigen

Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 15:55:38
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: hamburgname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

⭐⭐⭐⭐⭐
Öjendorfer Park
Der beste Ort für meine Familie! Ein sehr schöner, großer und gepflegter Park mit viel Grün und Ruhe. Ideal für Spaziergänge, Picknicks und Erholung mit der Familie.
Hier gibt es viel Platz z…
Hat mir sehr gefallen, ich empfehle einen Besuch