Als Stadtstaat, großes Handels- und Hafenzentrum war Hamburg schon immer Vorreiter in Sachen Fortschritt. Denn Innovationen sind der Schlüssel zum Erfolg. Von den ersten Telegrafenlinien im 19. Jahrhundert bis hin zu modernen Glasfasernetzen vereint die Entwicklung der Telekommunikation hier Geschichte, Technik und Handel auf einzigartige Weise.
Das heutige Telekommunikationsnetz der Hansestadt ist in Deutschland beispiellos. Mit über 6.000 Kilometern an Kupfer- und Glasfaserkabeln macht Hamburg große Schritte in Richtung digitale Souveränität. Mehr dazu bei hamburgname.
Vom Telegrafen zum Telefon
Die Geschichte der Telekommunikation in Hamburg begann nach dem Großen Brand von 1842, der einen Großteil der Altstadt zerstörte. Das Feuer war so verheerend, dass sogar Feuerwehren aus der Umgebung zur Hilfe kamen. Zur Verständigung nutzten die Bewohner damals optische Telegrafen. Diese informierten Händler über die Rückkehr von Schiffen. Der Schiffstelegraf hatte 16 Stationen zwischen Cuxhaven und Hamburg. Mithilfe von Holzsignalen konnten die Nachrichten von Station zu Station weitergeleitet werden, bis sie schließlich in Hamburg ankamen.
Um die Nachrichtenübermittlung zu verbessern und schneller auf Brandmeldungen reagieren zu können, beschloss die Stadt 1871, ein eigenes Kommunikationsnetz aufzubauen. Parallel dazu wurde 1872 die Berufsfeuerwehr gegründet. In dieser Zeit wurde noch mit Morsetelegrafie kommuniziert. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die Telefonie, die Morsetelegrafie nach und nach zu ergänzen.
Das Telefonnetz wurde am 18. April 1881 feierlich in Betrieb genommen. Für diesen bedeutenden Tag wurde eine spezielle Leitung von der Redaktion des „Hamburgischen Correspondent“ zur Börse gelegt. Anfangs standen die Menschen der neuen Technologie skeptisch gegenüber, aber schon zu Beginn gab es 206 Teilnehmer. Der Betrieb wurde von weiblichen Telefonistinnen, den sogenannten „Fräulein vom Amt“, betreut. Bereits 1884 gab es die ersten Fernleitungen.
Rundfunk und Kabelfernsehen
Die erste Rundfunkstation in Hamburg wurde 1924 von Hans Bodenstedt gegründet. Er beauftragte den Dirigenten und Pianisten Adolf Secker damit, ein Klangorgan für alle Zwecke der Rundfunksendungen der „Nordischen Rundfunk AG“ zu schaffen. Die „NORAG“ sendete vom Dach in Rotherbaum aus und übertrug Musik, Nachrichten und Bildungsinhalte. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs übernahmen die Nationalsozialisten die Kontrolle über den Rundfunk und nutzten ihn für Propagandazwecke. Nach dem Krieg wurde die Telekommunikation unter strenger Kontrolle wiederaufgebaut.

Die Ära der mobilen Kommunikation begann 1926. Interessanterweise gab es Mobilfunk in Zügen schon, bevor ein landesweites Netz aufgebaut wurde. 1958 startete das erste nationale Mobilfunknetz, das „A-Netz“. Es ermöglichte Anrufe ohne die Vermittlung durch einen Operator. Helmut Kohl, der 1982 zum deutschen Bundeskanzler gewählt wurde, setzte nicht auf Glasfaser, sondern auf Kupferkabel. Dies ebnete den Weg für das private Kabelfernsehen. Heutzutage nutzen immer weniger Deutsche Kabelfernsehen, aber bei vielen Hamburgern ist es noch immer vorhanden.
In den 1990er Jahren wurde die Deutsche Telekom modernisiert, was zu einer verbesserten Signalqualität und höheren Übertragungsgeschwindigkeiten führte. Zwei Jahre später folgte das elektronische Netz von E-Plus. In dieser Zeit wurde auch der globale Mobilfunkstandard eingeführt. Die Handys waren noch groß, schwer und teuer und wurden zunächst ausschließlich zum Telefonieren genutzt. Die Privatisierung der Telekommunikation und der Wettbewerb zwischen den Anbietern trieben die technologische Entwicklung weiter voran.
Moderne Innovationen
Heute verfügt Hamburg über ein riesiges Telekommunikationsnetz mit mehr als 2.675 Kilometern Kupferkabeln und 3.427 Kilometern Glasfaserkabeln, die die gesamte Telekommunikation der staatlichen und administrativen Einheiten bedienen. Das Telekommunikationsnetz Hamburg ist Teil eines besonderen Gutes, das von der Firma Dataport gewartet wird. Wichtige Projekte der jüngeren Vergangenheit waren der Anschluss der Schulen an das Telekommunikationsnetz und der Ausbau der Telefonie.

Mit der Verbreitung der mobilen Kommunikation erhielt Hamburg eine hohe Qualität der LTE-Abdeckung. Die Deutsche Telekom versichert, dass die Abdeckung in der Stadt fast 100 % der Bevölkerung erreicht. Ende 2019 installierte das Unternehmen 18 aktive 5G-Antennen. Diese waren die ersten in den touristischen Gebieten. Von Jahr zu Jahr wird die 5G-Abdeckung weiter ausgebaut. Dem Hamburger Hafen kommt dabei eine besondere Rolle zu. Als wichtiger Standort ist er der erste, der neue Technologien und Verbindungen testet. Die Testzone umfasst 8.000 Hektar Hafenfläche. Das Projekt ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit der Partner Hamburg Port Authority, Deutsche Telekom und Nokia. Im Jahr 2025 kündigte die Deutsche Telekom den Ausbau des LTE- und 5G-Netzes sowie die Installation von 17 neuen LTE-Stationen und zwei 5G-Stationen an, um die Mobilfunkabdeckung in Gebäuden und auf Autobahnen zu verbessern.
Die Entwicklung der Telekommunikation in Hamburg ist eine Geschichte des technischen Fortschritts, der wirtschaftlichen Ziele und der Anforderungen einer modernen Welt. Die Hamburger erleben einen enormen Fortschritt, der seit den ersten Telegrafenleitungen bis hin zu LTE und von lokalen Mobilfunknetzen bis zu 5G-Abdeckung stattgefunden hat. Die Aufgabe der modernen Entwicklung ist es, einen gleichberechtigten Zugang zu neuen Technologien für alle Hamburger zu gewährleisten. Die Entwicklung von Innovationen geht weiter, um die Kommunikation für jeden Bürger der Stadt zugänglich zu machen.
Verwendete Quellen:
- https://www.hafen-hamburg.de/de/presse1/media/neuer-mobilfunkstandard-5g-im-hamburger-hafen-37979/
- https://digital.hamburg.de/digitale-stadt/urbanes-leben/tk-netz-hamburg-644082
- https://www.mopo.de/hamburg/historisch/das-fraeulein-vom-amt-und-die-geburtsstunde-des-hamburger-telefonnetzes/
- https://www.informationszentrum-mobilfunk.de/2023/04/26/die-geschichte-des-mobilfunks-in-deutschland/
- https://www.helmut-schmidt.de/aktuelles/detail/schmidt-wollte-schon-1981-ein-schnelles-glasfasernetz-bauen
