Die Entwicklung der Hamburger Industrie erstreckte sich über das 19. und 20. Jahrhundert. Dieser Prozess war langwierig und komplex, brachte jedoch erhebliche Veränderungen in die Wirtschaft der Stadt. In dieser Zeit formierte sich die Arbeiterbewegung, es kam zu Streiks, Besetzungen von Fabriken, Gründungen von Genossenschaften und Gewerkschaften sowie Arbeiterparteien, die für eine Verbesserung der sozialen Lebensbedingungen kämpften. Mehr dazu auf hamburgname.eu.
Die Entwicklung der Großstadt
Hamburg war schon früh ein Produktionszentrum, doch selbst seine Bewohner nahmen die Stadt vor allem als Handelsmetropole und Hafen wahr. Die Geschichte Hamburgs ist untrennbar mit der Geschichte des Handels und Hafens verbunden. Eine starke Zuwanderung ließ die Bevölkerung um das Zehnfache anwachsen, was bedeutende städtebauliche, infrastrukturelle und topografische Veränderungen nach sich zog. Dazu zählte unter anderem die Verstärkung der Bebauung in den Stadtteilen St. Pauli und St. Georg.
Ab den 1830er Jahren begannen Industrialisierungsprozesse. 1839 wurde die erste Dampfmaschine in der Fabrik von Heinrich Christian Meyer in Betrieb genommen. Diese wurde lange in der städtischen Industrie genutzt. 1846 wurde eine Kupferschmelze gegründet, die später in die Aktiengesellschaft „Norddeutsche Affinerie“ überging.
In den 1860er Jahren stieg die Zahl der Fabriken in Hamburg an. Doch was dem Handel und der Exportindustrie diente, hemmte die industrielle Entwicklung der Stadt, die vom Binnenhandel abhängig war. Wichtige Industriezweige waren die Gummiherstellung, die chemische Industrie und die Ölproduktion. Die Hamburger Werften – darunter Blohm & Voss, Reiherstiegswerft und Stülcken – wurden 1848 gegründet und ab 1908 zu Zentren der Schiffbauindustrie.
Der Ausbau der Industrie
Hamburg liefert Maschinen für Schiffe, Anlagen und betreibt Stahlwerke, Werften, Metallverarbeitungs- und Kupferschmelzwerke. Ab 1900 entwickelten sich Industriezweige, die unabhängig von den Häfen waren. Neben dem Schiffbau blieben die Verarbeitung von Rohstoffen, Holz, Metallen, Bauunternehmen und die Produktion von Konsumgütern wichtige Industriebereiche.

Heute nehmen die Einwohner Hamburgs ihre Stadt weiterhin primär als Hafen- und Handelsmetropole wahr. Der größte Arbeitgeber in der Stadt ist der Flugzeughersteller Airbus. Die industrielle Dichte in Hamburg ist hoch: Von der Kupferproduktion bei Aurubis über Jungheinrich und Still, die Hubfahrzeuge herstellen, bis hin zur Produktion von Autoteilen und medizinischen Geräten. Der Industrieverband Hamburg (IVH) ist die unabhängige Vertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) in Hamburg und vertritt die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen über die Stadtgrenzen hinaus. Der Verband umfasst rund 130.000 Beschäftigte in 600 Industrieunternehmen.
Die meisten Menschen in der Stadt arbeiten jedoch im Automobilbau. Eine weitere große Gruppe beschäftigt sich mit der Reparatur und Wartung von Maschinen, viele arbeiten als Maschinenbauer. Jahr für Jahr steigt die Zahl der im Industriesektor Beschäftigten im Vergleich zu früheren Perioden.
Herausforderungen und Perspektiven
Obwohl sich die Industrie und die damit verbundene Wirtschaft Hamburgs entwickeln, unterliegen sie gleichzeitig tiefgreifenden Veränderungen. Technologische Umbrüche, globale Krisen und historische Transformationsprozesse beeinflussen mechanische Abläufe und Lieferketten. Die COVID-19-Pandemie und Kriege haben gezeigt, dass die Wirtschaft verletzlicher wird. Hamburg muss die Industriepolitik umfassend betrachten und Strategien für die Zukunft entwickeln, um den Wohlstand zu sichern.
