Die Geschichte Hamburgs hat eine besondere Atmosphäre, geprägt von alten Bauwerken, Kopfsteinpflaster, Parks und Uferpromenaden. Malerische Landschaften verbinden sich eng mit historischen Gebäuden, die ihre eigenen Geheimnisse bergen. In den Außenbezirken der Stadt gibt es viele alte Wassermühlen, die bereits seit dem 17. Jahrhundert in Betrieb waren. Es ist bemerkenswert, dass es damals mehrere Mühlen an der Elbe gab, die für ihren Betrieb Hochwasser nutzten. Mehr dazu auf hamburgname.eu.
Ein Blick in die Geschichte
Eine besonders interessante Geschichte hat die Windmühle Johann, die 1875 an der Stelle eines Brandes von vier vorherigen Mühlen errichtet wurde. Ihre Konstruktion ähnelte einer Galerieholländermühle und hatte ein quadratisches Sockelgeschoss aus massivem Stein. Vor über 60 Jahren war die Mühle in einem so schlechten Zustand, dass sie nur mit zwei Flügeln betrieben werden konnte, was ihr ein skurriles Aussehen verlieh. Es folgte eine lange Restaurierungsphase, die fast 10 Jahre dauerte. 1945 war es dem Besitzer nicht möglich, die Mühle mit vier Flügeln wieder in Betrieb zu nehmen. Im selben Jahr, während des Zweiten Weltkriegs, verlor die Mühle durch die Bombardierung Hamburgs erneut ihre Flügel. Die Wiederherstellung dauerte weitere 10 Jahre, bevor alles wieder funktionierte.
Nach der Restaurierung wurde die Mühle erweitert und konnte sowohl mit Wind als auch mit Elektrizität betrieben werden, was vom Besitzer reguliert werden konnte. Von 1961 bis 1997 verfiel die Mühle erneut, bis der Wilhelmsburger Mühlenverein die Eigentumsrechte für die Wiederherstellung erwarb. 1998 begann die Nutzung von Windenergie zur Getreidemahlung. Im selben Jahr wurde die Mühle inoffiziell Johann genannt, zur Erinnerung an die letzte rekonstruierte Mühle. Am 24. Mai 1999 wurde in Hamburg der 6. Deutsche Mühlentag eröffnet.
Eine besondere Mühle
Die Johann-Mühle liegt auf einem Deichfeld, weit entfernt vom städtischen Lärm, umgeben von Bäumen. Unterhalb des Deiches befinden sich Teiche und Kanäle, die Teil der Dove-Elbe sind, in denen sich die Mühle im Wasser spiegelt.
Am Pfingstmontag finden an der Mühle Gottesdienste statt, und es gibt die Möglichkeit, den Standort, einen Handwerksmarkt und lokale Köstlichkeiten zu genießen. Jeden ersten Sonntag im Monat kann man die Mühle besuchen, wo in der Bäckerei Wilhelmsburger Brot gebacken wird. Das Mehl wird direkt in der Mühle hergestellt und gilt als besonders hochwertig. An bestimmten Tagen können Besucher auch hausgemachte Kuchen probieren und das Mühlenmuseum besichtigen.

Eine Woche vor Ostern wird ein Ostermarkt organisiert, und im Herbst findet das Fest der Rezeptschlacht statt, bei dem traditionelle Gerichte zubereitet werden. Im Laufe des Jahres gibt es verschiedene kulturelle Veranstaltungen, und am Erntedankfest freuen sich alle auf das Kartoffelfest. Es besteht auch die Möglichkeit, eine private Feier in der Mühle zu veranstalten, allerdings nur für Mitglieder des Vereins. Besucher können auch eine ganztägige Führung buchen, um die Windmühle zu besichtigen und mehr über ihre Geschichte zu erfahren.
Das wichtigste Ereignis, das in der Mühle stattfindet, ist jedoch die Durchführung von Hochzeitszeremonien, bei denen das Paar mit seinen Gästen diesen besonderen Tag feiern kann. Es wird angenommen, dass Ehen, die in Windmühlen geschlossen werden, besonders glücklich sind.
Anfahrt
Die Mühle ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar. Man nimmt einfach die S-Bahn-Linien 31 oder 3 und fährt bis zu den Bahnhöfen Veddel oder Wilhelmsburg. Anschließend steigt man in den Bus 154 um und fährt bis zur Haltestelle Wilhelmsburger Mühle. Natürlich ist eine Fahrt mit dem Auto bequemer, da die Mühle in einem ruhigen Wohngebiet am Stadtrand liegt. Sie befindet sich zwischen dem Naturschutzgebiet Rhee und dem Wilhelmsburger Park, die beide etwa 2 Kilometer von einem Fußweg entfernt sind. Es lohnt sich, Zeit zu finden, um diesen schönen historischen Ort zu besuchen, seine Atmosphäre zu spüren und die Landschaften zu genießen. Heute gilt die Mühle als Kulturdenkmal, das die Traditionen des Stadtteils verewigt.
