Über den Ingenieur von Hamburg – William Lindley

Während der Entwicklung und dem Ausbau Hamburgs über verschiedene Jahre und Epochen waren viele bedeutende Persönlichkeiten beteiligt. Einen großen Beitrag zur Stadtentwicklung, insbesondere nach dem Großen Brand von 1842, leistete der britische Ingenieur William Lindley. Er entwarf eines der ersten modernen Wasser- und Abwassersysteme der Welt in Hamburg. Seine Arbeit verbesserte das Leben in der Stadt erheblich und senkte die Krankheitsrate, insbesondere bei Cholera. Mehr dazu auf hamburgname.eu.

Frühes Leben und Arbeit

William Lindley wurde am 7. September 1808 in London geboren. Schon in jungen Jahren, während er als Ingenieur arbeitete, hatte er Kontakte zu Francis Giles und Marc Isambard Brunel. 1834 reiste er als Assistent von Giles nach Deutschland, um eine Eisenbahnstrecke von Lübeck nach Hamburg zu untersuchen. Einige Jahre später, 1838, wurde ihm der Bau der Eisenbahnlinie „Hamburg-Bergedorf“, der ersten Eisenbahnstrecke in Norddeutschland, anvertraut.

Die offizielle Eröffnung wurde jedoch durch die verheerenden Brände im Mai 1842 abgesagt. Diese Brände verwandelten weite Teile der Stadt in Ruinen, und William Lindley wurde Mitglied der Technischen Kommission zur Wiederherstellung des Stadtzentrums. Bereits vor dem Brand war ihm jedoch der Entwurf eines städtischen Abwassersystems anvertraut worden.

Im 16. Jahrhundert litten die Hamburger unter Epidemien, da die Straßen der Stadt von Schmutz, Unrat und toten Tieren übersät waren. Die Bewohner warfen Fäkalien aus ihren Häusern und in nahegelegene Parks. Das Müllproblem konnte lange Zeit nicht gelöst werden. Zu jener Zeit lebten etwa 40.000 Menschen in Hamburg, das als Hauptumschlagplatz zwischen Nord- und Ostsee galt. Erst im 19. Jahrhundert änderte sich das Verhältnis der Bürger zur Sauberkeit grundlegend.

Beitrag zur Kanalisation und Wasserversorgung

William Lindley entwickelte einen detaillierten Plan zur Rekonstruktion Hamburgs. Dies war eine großartige Gelegenheit, die Stadt zu modernisieren. Seiner Idee zufolge sollten häusliche Abwässer, Fäkalien und Regenwasser über ein Netz von Kanälen in die Elbe geleitet werden. Hamburg wurde die erste Stadt auf dem europäischen Festland mit einem umfassenden Kanalisationssystem. 1848 gingen 48 Kilometer Kanäle in Betrieb, und bis 1913 war das Netz auf 555 Kilometer angewachsen. Das System bestand aus riesigen unterirdischen Bauwerken, wobei einige Rohre so groß waren, dass Boote hindurchfahren konnten.

Lindley arbeitete auch an einem Wasserwerk, um die Stadt mit Trinkwasser zu versorgen. In den folgenden Jahren half er beim Bau von Wasserversorgungssystemen in anderen deutschen Städten. Bereits 1840 wurde ihm die Trockenlegung der Hammerbrooker Moore östlich des Hamburger Zentrums anvertraut. Dieses Entwässerungssystem bildete die Grundlage für Hamburgs erstes modernes Industrievorort.

Die Arbeiten des Ingenieurs verbesserten die hygienischen Bedingungen in der Stadt erheblich, was wiederum zur Verringerung von Infektionskrankheiten wie Cholera beitrug. Lindley arbeitete eng mit den lokalen Behörden zusammen und schlug innovative Lösungen vor, die die Besonderheiten der Stadtstruktur berücksichtigten.

Das Vermächtnis des Ingenieurs

William Lindley verließ Hamburg im Jahr 1860 und arbeitete weiterhin als Ingenieurberater. Er baute ein Kanalisationssystem für Frankfurt am Main und war in Warschau, Düsseldorf, Basel, Rumänien und anderen Städten und Ländern tätig. Durch seine Arbeit wurde Hamburg im 19. Jahrhundert zur modernsten Stadt Europas in Bezug auf Stadtplanung.

Lindleys internationale Karriere war bemerkenswert, und er setzte erfolgreich seine Pläne für Wasserversorgung, Abwasser und Ingenieurbauwerke in ganz Europa um. Heute werden seine Errungenschaften durch Bildungs- und Kulturinitiativen gefördert. So entwickelte die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg eine Augmented-Reality-App, die es ermöglicht, die Geschichte der Stadt durch die Leistungen des Ingenieurs zu erkunden.

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