In Hamburg vollzieht sich ein bemerkenswerter Wandel: Die Bewohner der Hansestadt setzen zunehmend auf nachhaltige Produkte und reduzieren bewusst ihren Plastikverbrauch. Dieses wachsende Umweltbewusstsein geht über die bloße Sorge um die eigene Gesundheit hinaus und umfasst den Schutz unserer Natur, den Übergang zu erneuerbaren Energien sowie den Umstieg auf durchdachte Einkäufe – sei es durch den Verzicht auf Einwegverpackungen oder die Nutzung von Stoffbeuteln.
Kein Wunder also, dass die Zahl der Unverpackt-Läden in Hamburg stetig steigt. Einer der Pioniere dieser Bewegung ist „Stückgut“, gelegen im Herzen Hamburgs, im Stadtteil St. Pauli. Er gilt als einer der Vorreiter der verpackungsfreien Einkaufskultur in Deutschland. „Stückgut“ ist nicht nur ein Geschäft, sondern ein Ort, der Umweltschutz und bewussten Konsum vereint. Mehr dazu erfahren Sie hier auf hamburgname.
Die Mission hinter „Stückgut“
Die vier Gründer Christiane, Dominik, Insa und Sonja entwickelten die Vision für ihr einzigartiges Ladenkonzept aus Sorge um die immensen Mengen an Verpackungsmüll. Zu dieser Zeit gab es in Hamburg noch keine vergleichbaren Geschäfte. Im Jahr 2017 war es dann so weit: Die Gründer begrüßten die ersten Kunden in Hamburg-Ottensen. Nur ein Jahr später öffnete eine zweite Filiale in St. Pauli ihre Türen.
Heute bietet „Stückgut“ ein breites Sortiment an plastikfreien Produkten sowie einen wunderbaren Bistrobereich mit frischen veganen Speisen. Diese Köstlichkeiten können direkt vor Ort genossen oder bequem mitgenommen werden. Das Kernprinzip des Ladens ist denkbar einfach: Kunden bringen ihre eigenen Behälter mit oder nutzen die vor Ort erhältlichen Mehrwegtaschen und Gläser. Denn dem Team ist klar: Unverpackte Waren allein reichen nicht aus, um die Welt zu retten.
Die Filiale in der Rindermarkthalle in St. Pauli hat sich zu einem äußerst beliebten Anlaufpunkt für Hamburger entwickelt. „Stückgut“ verfolgt dabei nicht nur das Ziel, frische, qualitativ hochwertige Produkte zu verkaufen, sondern auch die Zero-Waste-Idee zu verbreiten. Sie zeigen, dass ein nachhaltiger Lebensstil unkompliziert und sogar angenehm sein kann. Schon der Name des Ladens, „Stückgut“, der so viel wie „Stückgutfracht“ bedeutet, verweist auf das Konzept: Produkte werden „nach Gewicht“ verkauft, ähnlich einer unverpackt transportierten Ladung.
So funktioniert’s: Prinzip und Sortiment
Im „Stückgut“ finden Kunden eine vielfältige Auswahl an Lebensmitteln, Haushaltsartikeln und Produkten für die Körperpflege. Jedes Produkt wird sorgfältig ausgewählt und nach strengen Kriterien geprüft: verpackungsfrei oder minimal verpackt, regionale Herkunft und möglichst umweltfreundliche sowie vegane Inhaltsstoffe. Das Sortiment reicht von Reis, Nudeln, Hülsenfrüchten, Getreide und Müsli über Nüsse, Trockenfrüchte und Süßigkeiten bis hin zu Tee, Kaffee, Gewürzen und Getränken. Auch Tiefkühlprodukte, fertige Mittagsgerichte, Snacks, Desserts, Obst, Gemüse und Brot sind erhältlich. Selbst Kosmetik und wiederverwendbare Haushaltsartikel wie Bambus-Zahnbürsten und Metall-Strohhalme gehören zum Angebot. Insgesamt umfasst das Sortiment über 800 Artikel, von denen die meisten „Bioland“, „Demeter“ oder „EU-Bio“ zertifiziert sind.

Das Herzstück des Konzepts ist der verpackungsfreie Verkauf. Kunden bringen ihre eigenen Behälter mit, füllen sie mit den gewünschten Produkten und bezahlen lediglich das Gewicht der Ware. Sollte jemand einmal den eigenen Beutel oder das Glas vergessen haben, bietet der Laden selbstverständlich eigene Mehrwegbehälter an.
Besonders hervorzuheben ist der Bistrobereich in der Rindermarkthalle, der vegane Mittagsgerichte sowie Kaffee und Desserts anbietet. So verbindet „Stückgut“ das Einkaufserlebnis auf natürliche Weise mit einem Ort der Begegnung. Die Geschäfte sind von 10:00 bis 20:00 Uhr geöffnet, und die Lage in der historischen Markthalle verleiht ihnen einen ganz besonderen Charme. „Stückgut“ ist somit nicht nur ein Ort zum Einkaufen, sondern ein Teil der Hamburger Kultur, in dem Kunden eine einzigartige Atmosphäre erleben können.
„Stückgut“ und der Umweltschutz
„Stückgut“ arbeitet eng mit regionalen Lieferanten und lokalen Landwirten zusammen, um die lokale Wirtschaft zu stärken und den CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Der Laden engagiert sich aktiv in der Zero-Waste-Bewegung und bietet Sammelstellen für Korken, alte Mobiltelefone und Kerzenwachs an. Darüber hinaus gibt es Tauschregale für Bücher und Büroartikel – eine praktische Lösung für alle. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die regelmäßigen Workshops, Vorträge und Treffen, die allen Interessierten offenstehen. So lernen Besucher in Workshops beispielsweise, wie man umweltfreundliche Reinigungsmittel selbst herstellt oder organische Abfälle kompostiert. Das Team von „Stückgut“ möchte nicht nur hochwertige Waren verkaufen, sondern auch in allen Bereichen nachhaltig agieren.

Eine weitere Innovation ist der verpackungsfreie Lieferservice. Hamburger bestellen ihre Produkte online, und diese werden dann in Mehrwegbehältern mit einem speziellen Lastenfahrrad geliefert. Dieser Service ist besonders bei Büros oder für die Organisation von nachhaltigem Catering bei Veranstaltungen gefragt. Um noch mehr Menschen zum bewussten Einkaufen zu animieren, bietet „Stückgut“ auch Geschenkgutscheine an.
Herausforderungen im Geschäftsalltag
Natürlich steht „Stückgut“ auch vor Herausforderungen. Der Wettbewerb mit Supermärkten, die deutlich günstigere Produkte anbieten und an deren Plastikverpackungen sich viele Menschen gewöhnt haben, ist groß. Doch „Stückgut“ leistet wichtige Aufklärungsarbeit und betont immer wieder, dass selbst der Verzicht auf Plastikverpackungen einen positiven Einfluss hat.
Die Arbeit von „Stückgut“ mit seinem unverpackten Konzept ist von großer Bedeutung. Sie inspirieren andere Geschäftsleute dazu, zumindest eine schrittweise Reduzierung des Plastikverbrauchs in Betracht zu ziehen und nachhaltiges Einkaufen zu fördern. „Stückgut“ ist ein Vorreiter in der Zero-Waste-Bewegung und zeigt mit gutem Beispiel, dass auch ein nachhaltiges Geschäft erfolgreich sein kann.
Verwendete Primärquellen:
