Die Menschen strebten schon immer danach, in Komfort zu leben und ihre Lebensbedingungen ständig zu verbessern. Hamburg war eines der ersten Städte im Deutschen Reich, das von den Vorteilen der zentralen Wärmeversorgung profitierte. In diesem Artikel erzählen wir die Geschichte der Entwicklung der Fernwärmeversorgung in Hamburg – von ihren Anfängen bis zu modernen innovativen Lösungen, die die Stadt wärmer und umweltfreundlicher machen. Mehr auf hamburgname.eu.
Die Entstehung der Fernwärmeversorgung in Hamburg

Die Geschichte der Fernwärmeversorgung in Hamburg beginnt im Mai 1842, als das alte Rathaus der Hansestadt einem großen Brand zum Opfer fiel. Dieses Ereignis zeigte, dass das Einrichten von Verbrennungsanlagen innerhalb eines Gebäudes keine zuverlässige Option mehr war. Im Herbst 1887 wandte sich die Hamburger Stadtverwaltung an mehrere bekannte deutsche Unternehmen mit der Bitte, ein Projekt für ein Heizungs- und Lüftungssystem für das neue Rathaus zu entwickeln. Den Auftrag erhielt die Hamburger Firma Rud.
1888 baute das Nürnberger Unternehmen Schuckert & Co. auf dem Gelände der alten städtischen Wassermühle das erste städtische Kraftwerk, die Centrale Poststrasse, das Strom und Wärme lieferte. Anfangs versorgte das Kraftwerk die umliegenden Straßen und die Börse mit Elektrizität und später mit der ersten zentralen Wärmeversorgung.

1893 wurde eine 300 Meter lange Kupferleitung zum Rathaus verlegt, durch die das Kraftwerk noch vor Fertigstellung des Gebäudes experimentell erste Dampfmengen lieferte. Dies war das erste Beispiel für die kombinierte Erzeugung von Wärme und Strom im Deutschen Reich und markierte den Beginn des Fernwärmesystems in Hamburg.
Am 1. April 1894 wurde das Hamburger Elektrizitätswerk (HEW) gegründet, und am 3. Januar 1895 begann in der Stadt die erste Heizperiode, die bis zum 7. April desselben Jahres andauerte. In diesem Zeitraum liefen die Kessel in der Poststraße insgesamt 1690 Stunden und versorgten die Stadtbewohner mit Wärme und einem komfortablen Lebensstandard.
Die Nachkriegszeit und der Ausbau der Wärmeversorgung

Die Nachkriegszeit stellte die Fernwärmeversorgung in Hamburg vor große Herausforderungen und erforderte erhebliche Anstrengungen für den Wiederaufbau. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäude, beschädigte Versorgungssysteme und Ressourcenknappheit waren ernste Hindernisse für die Rückkehr zur Normalität in der Stadt. Von den über 240 Gebäuden, die 1942 an das Fernwärmenetz angeschlossen waren, wurden infolge der Kriegshandlungen 65 % vollständig zerstört oder so stark beschädigt, dass sie nur teilweise genutzt werden konnten.
Mit der Zeit verbesserte sich die Situation allmählich. Insbesondere der Übergang des Managements an das Heizkraftwerk Karoline (HKW) im Jahr 1956 ermöglichte eine deutliche Erweiterung der Anschlüsse für private und öffentliche Gebäude. Der weitere Ausbau der Wärmeversorgung wurde durch den Bau des Hafenkraftwerks im Jahr 1959 vorangetrieben, das die Stadt bis 1999 mit Strom und Wärme versorgte und die großen Bedürfnisse des Hafens und der Gewerbebetriebe deckte.

Hamburgs Übergang zu umweltfreundlichen Heiztechnologien
Angesichts wachsender ökologischer Herausforderungen und der Notwendigkeit, schädliche Emissionen zu reduzieren, begann Hamburg mit der Einführung innovativer Lösungen, die eine umweltfreundlichere Wärmeversorgung förderten. Dieser Prozess umfasste die Nutzung erneuerbarer Energiequellen, die Steigerung der Energieeffizienz von Heizsystemen und Investitionen in innovative Technologien, die die negativen Auswirkungen auf die Umwelt minimieren.

Ein Beispiel dafür ist das 2019 in Hamburg verabschiedete Gesetz zum schrittweisen Ausstieg aus der Kohle, das eine allmähliche Reduzierung der Nutzung dieses Brennstoffs zur Wärmeerzeugung vorsieht. Eine Schlüsselrolle bei der Bereitstellung von klimaneutraler Wärme für Hamburg, die Kohle und Erdgas ersetzen kann, spielt industrielle Abwärme. Im Stadtteil HafenCity wird bereits ein neues Viertel mit Fernwärme versorgt, die aus der Kupferproduktion im Metallwerk Aurubis gewonnen wird.
Anfang 2024 trat in Hamburg ein Klimaschutzgesetz in Kraft, das Anforderungen für den Austausch alter Heizsysteme und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen für die Fernwärmeversorgung enthält. Dazu gehört der Einsatz von Solaranlagen und anderen erneuerbaren Technologien, die die Abhängigkeit von herkömmlichen Brennstoffen verringern und zur umweltfreundlichen Entwicklung der Stadt beitragen.
Die Geschichte der Wärmeversorgung in Hamburg hat einen langen Weg zurückgelegt, und die Stadt hat viel unternommen, um ein Beispiel dafür zu sein, wie moderne Städte ihre Energieaktivitäten mit ökologischer Verantwortung verbinden können, um ein komfortables Leben für ihre Bewohner zu schaffen.
